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Deutschland / Welt Wieczorek-Zeul fordert gegen Krise mehr Entwicklungshilfe
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09:34 03.09.2009
Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD).
Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD). Quelle: ddp
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„Eine Welt, die dreistellige Milliardenbeträge zur Rettung des Bankensystems aufbringen kann, kann auch ihren Beitrag im Kampf gegen Hunger und Kindersterblichkeit leisten“, sagte Wieczorek-Zeul im Interview mit der Nachrichtenagentur ddp. Die Krise dürfe die Entwicklungsländer nicht weiter dramatisch belasten. Künftig könnten beispielsweise verstärkt Einnahmen aus dem Emissionshandel in die Entwicklungshilfe fließen.

Deutschland hat sich verpflichtet, ab 2010 jährlich 0,51 Prozent und ab 2015 jährlich 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens in die Entwicklungszusammenarbeit zu investieren. Dieses Ziel sei realistisch, betonte Wieczorek-Zeul. Nach Angaben ihres Ministeriums wird in diesem Jahr voraussichtlich eine Quote von 0,41 Prozent erreicht.

Mit Blick auf die Bundestagswahl sagte die dienstälteste Ministerin im schwarz-roten Kabinett, sie „arbeite daran“, ihr Amt auch in der nächsten Legislaturperiode weiterzuführen. „Da andere Parteien das Entwicklungsministerium schon auflösen wollten, ist jeder gut beraten, dafür zu sorgen, dass die Eigenständigkeit des Ministeriums gesichert wird. Dafür bin ich die Garantie und die SPD die Garantin“, sagte sie.

Als neue Herausforderung sieht Wieczorek-Zeul den „Skandal des sogenannten Land Grabbing“. Die SPD-Politikerin sagte: „Die Entwicklungsländer sind mit einem neuen Kolonialismus von arabischen Ländern und China konfrontiert, die zum Teil Ländereien und große Landstriche aufkaufen oder langfristig pachten und damit die Ernährungssicherung in den betroffenen Regionen gefährden.“ Deshalb sei eine gemeinsame Charta der internationalen Gemeinschaft mit klaren Regeln zur Verhinderung von Land Grabbing dringend notwendig.

ddp