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Deutschland / Welt Wie klimaneutral ist Greta Thunbergs Reise wirklich?
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18:50 16.08.2019
Greta Thunberg an Bord der "Malizia". Die Jacht soll die 16-Jährige gemeinsam mit den Profiseglern Boris Herrmann und Pierre Casiraghi, ihrem Vater Svante und einem Filmemacher zum Klimagipfel nach New York bringen. Quelle: Getty Images
Berlin

Greta Thungbergs Segeltörn zum Klimagipfel der Vereinten Nationen nach New York soll einem Bericht der "taz" zufolge nicht so klimafreundlich sein, wie angenommen. Demnach wird durch die transatlantische Segelreise mit der Jacht "Malizia" mehr klimaschädliches CO2 produziert, als wenn Greta und ihr Vater zu zweit in die USA geflogen wären.

Dabei beruft sich der Artikel auf eine Aussage des Pressesprechers von Thunbergs deutschem Skipper Boris Herrmann. Demzufolge sollen etwa fünf Mitarbeiter die "Malizia" zurück nach Europa segeln, nachdem Greta in New York angekommen ist. Die neue Besatzung werde allerdings für die Überführung des Bootes mit dem Flugzeug in die USA reisen.

Auch Herrmann solle für die Rückreise das Flugzeug nehmen. Der Segeltörn über den Atlantik löst also mindestens sechs klimaschädliche Langstreckenflüge aus. "Natürlich fliegen die da rüber, geht ja gar nicht anders", sagte Kling. Wären Thunberg und ihr Vater in die USA geflogen, wären hin und zurück nur vier Flüge nötig gewesen.

Vor ihrer großen Reise über den Atlantik zeigt sich Greta Thunberg realistisch: Seekrank werde sie in den kommenden Wochen sicherlich sein. Für eine CO2-neutrale Reise nehme sie das aber in Kauf, ebenso wie den geringen Komfort an Bord. Aber sehen Sie selbst.

Auch die Klimabilanz von Thunbergs Co-Segler Pierre Casiraghi bleibt fragwürdig. Dieser ist laut einem Bericht der "Welt" Mehrheitsaktionär der Fluggesellschaft Monacair in Monaco. Die Fluggesellschaft bietet Hubschrauberflüge für Privatkunden an, etwa um Staus zu umgehen oder innerhalb von sieben Minuten zum Flughafen Nizza gelangen.

Nach Erscheinen des Artikels sagte Pressesprecher Kling dem "Spiegel", dass das Team der Malizia schon seit 2018 alle klimaschädlichen Aktivitäten inklusive der Flüge durch die Unterstützung klimafreundlicher Projekte kompensiere. „Wir sind uns bewusst, dass so eine Kompensation unser Gewissen nicht reinwaschen kann und soll. Es ist keine ideale Lösung, aber das Mindeste, was wir zum Ausgleich tun können“, teilte der Sprecher mit.

Im Video: Die große Reise der Greta Thunberg

Thunberg hatte eine weniger schädliche Möglichkeit als das Fliegen gesucht, um zu dem Klimagipfel der Vereinten Nationen zu gelangen. Am Mittwochnachmittag war die 16-Jährige gemeinsam mit den Profiseglern Herrmann und Casiraghi, ihrem Vater Svante und einem Filmemacher im südenglischen Plymouth an Bord der „Malizia II“ gegangen, um auf dem Seeweg nach New York zu reisen. Die Jacht bewegt sich durch Windkraft und ist mit Solarzellen ausgestattet, die Strom für Navigation und Kommunikation erzeugen.

RND/MS

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