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Deutschland / Welt Wie es jetzt mit Friedrich Merz in der CDU weitergeht
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17:56 17.12.2018
Was macht Friedrich Merz künftig in der CDU? Parteichef Annegret Kramp-Karrenbauer sucht noch nach einer Lösung. Quelle: Christoph Soeder/dpa
Berlin

Annegret Kramp-Karrenbauer hat sich mit Friedrich Merz getroffen und ist danach verstummt. So sieht es zumindest aus. Denn die neue CDU-Vorsitzende sagt erst mal nichts zu diesem Treffen –oder zumindest kaum etwas. In der Präsidiumssitzung am Montagvormittag sitzt sie zum ersten Mal in der Mitte. Ihre Vorgängerin Angela Merkel ist weiter an den Rand gerückt. Kramp-Karrenbauer habe das Treffen mit Merz kurz erwähnt, berichten Teilnehmer. Details habe sie nicht genannt. Zu einer Pressekonferenz hat die CDU an diesem Tag gar nicht erst eingeladen. Das ist eine Seltenheit.

So kommt es, dass die CDU in die Weihnachtspause geht und eine zentrale Frage offen bleibt: Welche Rolle spielt Friedrich Merz künftig in der CDU? Chef hätte der gerne werden wollen, den Platz in der Mitte des CDU-Konferenzsaals besetzen.

Er ist dann aber auf dem Bundesparteitag vor zehn Tagen Kramp-Karrenbauer knapp unterlegen. Seine Anhänger fordern seitdem, Merz müsse weiter eine Rolle spielen in der Partei.

Merz lehnt viele Angebote ab

Aber wie denn nun? Einen Posten in der Parteiführung, als Vize-Chef oder Präsidiumsmitglied, hat Merz noch auf dem Parteitag abgelehnt. Auf eine Kabinettsumbildung, mit der ein Ministerposten für den gescheiterten Vorsitzkandidaten frei würde, gibt es keine Hinweise: Das Finanzministerium besetzt die SPD, das Wirtschaftsministerium Merkels Vertrauter Peter Altmaier.

Im Gespräch ist nun in der Partei eine Beraterfunktion für Merz. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Rainer Haseloff hat empfohlen, einen „Thinktank“ zu gründen und in den auch noch die Ex-Regierungschefs von Hessen und Hamburg, Roland Koch und Ole von Beust, zu berufen.

Es wäre gemeinsam mit Ex-Unions-Fraktionschef Merz dann eine Versammlung von Ehemaligen. Bindend wären die Empfehlungen der Berater für die CDU wohl kaum.

Während der Wirtschaftsflügel drängelt, bemühen sich die CDU-Spitzen offensiv um Gelassenheit. Und jeder hat dabei seine kleine eigene Note. „Ach, das schauen wir mal“, sagt etwa Vize-CDU-Chef und hessische Ministerpräsident Volker Bouffier.

Wie es weitergehe sei „Sache der Vorsitzenden und von Herrn Merz“, sagte Bouffier und es war, als schwinge da nicht nur Tiefenentspannung, sondern auch ein klein wenig Erleichterung mit.

„Das haben wir zu respektieren“

Und zu Merz‘ Verzicht auf Parteiämter bemerkt Niedersachsens CDU-Chef Bernd Althusmann großzügig: „Würde ich ihm jetzt nicht als Makel anrechnen.“ Mag sein, dass dabei die Überlegung mitschwingt, dass er seinen Präsidiumssitz bei einer Kandidatur von Merz möglicherweise nicht bekommen hätte.

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet befindet über Merz‘ Entscheidung sehr nüchtern: „Das haben wir zu respektieren.“ Ein bisschen hört es sich so an, als könne er auch auf Merz verzichten. „Ich wünsche mir, dass er sichtbar bleibt“, sagt Laschet zwar.

Aber er sagt auch: „Es ist wichtig, dass die Gedanken, die Ideen, die Friedrich Merz vorgetragen hat in der Programmatik der CDU stattfinden“, sagt er. Klingt, als gebe es Merz nicht nur als Person, sondern auch als praktisches Ideenpäckchen.

Merz als Flugblattverteiler?

Parteivize Julia Klöckner reicht das aber dann doch nicht. Es sei ein großer Gewinn, wenn die Flügel der CDU „durch prominente Personen vertreten sind“, findet sie.

Thüringens CDU-Chef Mike Mohring, der im kommenden Jahr Ministerpräsident werden möchte, empfiehlt Merz als Helfer für die Landtagswahlen in Thüringen, Sachsen und Brandenburg sowie für die Europawahl: „Wir freuen uns auf ihn.“

Lesen Sie auch: Kommentar: Wird Merz der heimliche CDU-Vorsitzende?

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther hat vorsorglich bei tagesschau.de auf die Einsatzmöglichkeiten hingewiesen: „Im Wahlkampf ist er bestimmt eine Hilfe. Ob er aber der beste Flugblattverteiler ist, da hätte ich jetzt auch meine Zweifel.“

Zu Beginn des Kandidaten-Wettkampfs hatte Kramp-Karrenbauer mit leichtem Spott erklärt, Merz könne sich unter ihr gerne mit Finanzpolitik beschäftigen. Eine Steuer-App zu entwickeln, das sei zum Beispiel eine prima Idee. Im Januar will sie das Gespräch mit Merz fortsetzen.

Von Daniela Vates/RND

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