Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Deutschland / Welt Weltweit zweitgrößter Darknet-Marktplatz ausgehoben – Festnahmen in drei Bundesländern
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Weltweit zweitgrößter Darknet-Marktplatz ausgehoben – Festnahmen in drei Bundesländern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:18 03.05.2019
Mehr als eine Million Nutzer waren weltweit auf der Plattform „Wall Street Market“ aktiv. Quelle: imago images / photothek
Berlin

Behörden aus Europa und den USA ist gemeinsam ein Schlag gegen den Handel mit illegalen Waren im Internet gelungen. Die Ermittler hoben den nach ihren Angaben weltweit zweitgrößten illegalen Marktplatz im sogenannten Darknet aus. Auf der Plattform „Wall Street Market“ seien gestohlene Daten, gefälschte Dokumente und vor allem Drogen angeboten worden, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Freitag.

Zuletzt seien auf dem Marktplatz 63.000 Produkte zu erwerben gewesen, mehr als eine Millionen Kunden und 5400 Verkäufer waren gemeldet, teilten das Bundeskriminalamt in einer Pressemitteilung mit. Bezahlt wurde mit den gängigen Kryptowährungen Bitcoin und Monero.

Nun säßen die drei mutmaßlichen Betreiber in Haft. Beim Darknet handelt es sich um einen abgeschirmten Teil des Internets. Zuvor hatte der Südwestrundfunk (SWR) über das Thema berichtet.

Ein Hinweis auf der gesperrten Darknet-Plattform „Wall Street Market“ Quelle: BKA

Bei den Männern soll es sich um einen 31-Jährigen aus Bad Vilbel (Hessen), einen 22-Jährigen aus Kleve (Nordrhein-Westfalen) und einen 29-Jährigen aus dem Landkreis Esslingen (Baden-Württemberg) handeln. Die Verdächtigen sollen an den Verkäufen über die Plattform verdient haben.

Lesen Sie auch:
So funktioniert das Darknet

An den aufwendigen Ermittlungen waren neben dem Bundeskriminalamt auch das US-amerikanische FBI sowie niederländische Strafverfolgungsbehörden und die europäische Polizeibehörde Europol beteiligt.

Seit März hatten Ermittler die drei Deutschen im Visier. Nachdem die Verdächtigen den Online-Marktplatz in den Wartungsmodus geschaltet und die hinterlegten Geldbeträge an sich selbst transferiert hatten, schlugen die Behörden zu. In den USA habe die Staatsanwaltschaft in Los Angeles durch die Ermittlungen zwei der umsatzstärksten Anbieter von Drogen auf dem „Wall Street Market“ identifiziert und festgenommen. Bei Durchsuchungen der US-amerikanischen Tatverdächtigen seien illegale Waffen und Bargeld in Millionenhöhe gefunden worden.

Weitere Details wollen die Ermittler auf einer Pressekonferenz an diesem Freitag (12.00 Uhr) in Wiesbaden bekanntgeben.

Das Darknet – ein Hort für Kriminelle

Im Darknet oder auch hidden Web („verstecktes Netz“) gibt es alles, was illegal ist: Drogen, Waffen, Kinderpornografie. Der Zugang funktioniert über das sogenannte Tor-Netzwerk, das sind Server überall auf der Welt, mit denen die Identität des Nutzers verschleiert wird. Es ist für Ermittler nicht mehr nachvollziehbar, wer mit wem in Verbindung tritt.

Im Darknet sind Internetseiten nicht so einfach zu finden wie im offenen Internet (Surface-web, „Oberflächennetz“). Es gibt weder Google noch eingängige Internetadressen. Viele Adressen bestehen nur aus kryptischen Zahlenkombinationen. Der Nutzer muss wissen, was und wo er sucht. Hilfestellung geben dabei Chatgruppen wie „Deutschland im Deep Web“ (DiDW) oder Marktplätze wie „Silk Road“. Wer sich dort herumtreibt, kann an die richtigen Adressen kommen. Der Betreiber von „Silk Road“, Ross Ulbricht, wurde 2013 vom US-amerikanischen FBI verhaftet und wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.

Ein persönliches Treffen (im Chatslang: RLT, Real-Life-Treffen) zur Warenübergabe ist äußerst selten. ­Meistens wird die Ware anonym per Post oder Paket verschickt, die Bezahlung erfolgt über Internetwährungen wie Bitcoin. Doch auch dieser Weg birgt ­Risiken: Der Leipziger „Kinderzimmer-Dealer“ namens „Shiny Flakes“ flog auf, weil er seine Drogenbriefe stets von derselben Packstation versandte. Fahnder nutzen oft die Darknetidentität überführter Nutzer, um an ­weitere Kriminelle heranzukommen.

Von RND/dpa/ngo

Noch immer leben in deutschen Zirkussen Wildtiere. Charlene Wolf von der Stiftung „Vier Pfoten“ erklärt im RND-Interview, was ein Leben im Zirkus für die Tiere bedeutet und was sich ändern muss.

03.05.2019

Dass sie es nicht allzu weit zum Arzt haben, ist vielen Bundesbürgern wichtig. Doch wie viele und welche Praxen gibt es in welcher Gegend? Die Abdeckung ist nach wie vor ungleichmäßig, wie neue Zahlen zeigen.

03.05.2019

Anfang Juni wird US-Präsident Donald Trump zum zweiten Mal Queen Elizabeth II. besuchen. Bei seinem Besuch vergangenen Sommer hatte er viele der royalen Etikette missachtet und für Empörung gesorgt. Welche Regeln sollte er diesmal beachten?

03.05.2019