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Deutschland / Welt Waffenpause im Kampf gegen Rebellen
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Waffenpause im Kampf gegen Rebellen
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08:33 13.04.2009
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Präsident Mahinda Rajapakse wies die Truppen des Inselstaats im Indischen Ozean an, ab Montag für 48 Stunden die Waffen ruhen zu lassen. Nach Verkündung der Feuerpause töteten tamilische Rebellen nach Armeeangaben am Sonntag fünf Zivilisten.

Die Feuerpause solle es Zivilisten erlauben, das Kampfgebiet im Norden des Landes zu verlassen, teilte das Präsidentenbüro am Sonntag mit. Zudem solle der Bevölkerung in der Kampfzone die Möglichkeit gegeben werden, das tamilische Neujahrsfest zu feiern. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sitzen rund 100.000 Zivilisten in dem Gebiet fest, in dem die Regierungstruppen gegen die tamilische Rebellengruppe Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) vorgehen. Die Rebellen hatten sich in den vergangenen Wochen immer weiter zurückgezogen.

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Der Anordnung Rajapakses waren tagelange internationale Proteste gegen den Bürgerkrieg in Sri Lanka vorausgegangen. Am Samstag hatten tausende Tamilen in London, Oslo und Kopenhagen gegen den Krieg in Sri Lanka demonstriert. Nach Angaben der britischen Polizei nahmen allein in London etwa hunderttausend Menschen an dem Protestmarsch teil. Vor dem kanadischen Parlament in Ottawa forderten am Samstag am fünften Tag in Folge mehrere hundert Tamilen ein Ende der Militäroffensive. Vor dem Büro des australischen Regierungschefs Kevin Rudd in Sydney demonstrierten am Montag rund 300 Tamilen für eine Einhaltung der verkündeten Feuerpause.

Nach Angaben der Armee töteten LTTE-Rebellen nach Verkündung der Waffenruhe im südlichen Dorf Mahagodayaya fünf Bauern. Offensichtlich hätten sich die Aufständischen die Wehrlosen ausgesucht, „weil sie im Norden mit einer Niederlage rechnen müssen“, sagte ein Militärsprecher am Sonntag. Den tamilischen Rebellen wird immer wieder vorgeworfen, nach Rückschlägen bei Kämpfen gegen die Regierungstruppen in anderen Landesteilen Racheakte an Zivilisten zu verüben.

Die LTTE gab zunächst keine Stellungnahme zu dem Vorfall ab. Die rebellenfreundliche Website Tamilnet berichtete unterdessen, die Armee habe trotz Waffenruhe innerhalb von 45 Minuten etwa 300 Granaten abgeschossen. Es werde befürchtet, dass viele Zivilisten Opfer der Angriffe geworden seien

Staatschef Rajapakse rief die Rebellen erneut dazu auf, ihre Waffen niederzulegen und sich den Regierungstruppen zu ergeben. Die LTTE müsse ihre Niederlage anerkennen und der Gewalt dauerhaft abschwören, hieß es in der Erklärung des Staatschefs.

In dem Krieg zwischen Regierungstruppen und der tamilischen Rebellengruppe Befreiungstiger von Tamil Eelam wurden beiden Seiten wiederholt Angriffe auf einen schmalen Küstenstreifen vorgeworfen, den die Regierung zur Schutzzone für Zivilisten erklärt hatte. Die Regierung kämpft im Norden des Inselstaates gegen die LTTE, die seit mehr als drei Jahrzehnten einen eigenen Staat für die tamilische Minderheit fordert. Die Vereinten Nationen fürchten bei einer Entscheidungsschlacht viele Todesopfer unter den Zivilisten in der Region.

afp