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Deutschland / Welt Chef der Polizeigewerkschaft warnt: „Aufpassen, dass es nicht zu Nachahmungstaten kommt“
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Chef der Polizeigewerkschaft warnt: „Aufpassen, dass es nicht zu Nachahmungstaten kommt“
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08:21 30.07.2019
Polizisten und Feuerwehrleute spannen im Hauptbahnhof eine weiße Plane als Sichtschutz vor einen ICE. Ein achtjähriger Junge ist im Frankfurter Hauptbahnhof von einem Mann vor den einfahrenden Zug gestoßen und getötet worden. Quelle: Andreas Arnold/dpa
Berlin

Tödliche Attacken wie die am Frankfurter Hauptbahnhof sind nach Ansicht von Anke Rehlinger (SPD), Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz, durch Sicherheitsmaßnahmen nicht zu verhindern. „Eine solche Tat offenbart keine Sicherheitslücke, sondern eine Menschlichkeitslücke. Deshalb sollte man auch nicht den Anschein erwecken, irgendeine Sicherheitsmaßnahme könnte das garantiert verhindern“, sagte die saarländische Verkehrsministerin dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Es handele sich um „eine grauenhafte Tat, die einen sprachlos zurücklässt“.

Ein achtjähriger Junge war am Montag im Frankfurter Hauptbahnhof von einem Mann vor einen einfahrenden ICE gestoßen und getötet worden. Der 40 Jahre alte Tatverdächtige soll nach ersten Ermittlungen aus Eritrea stammen. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will sich an diesem Dienstag zu dem Fall äußern.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) warnt indes vor übereilten Sicherheitsversprechen. „Wir haben in Deutschland 5600 Bahnhöfe und Haltestellen“, sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende der GdP, Jörg Radek, dem RND. „Die sind alle so unterschiedlich strukturiert, dass es schwer sein dürfte, ein Konzept für alle zu entwickeln.“

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„Verbrecher mit hoher krimineller Energie“

Der Chef des GdP-Bezirks Bundespolizei hält Forderungen nach mehr Personal in diesem Zusammenhang für unseriös. „Wahrscheinlich würden auch mehr Polizisten solch eine Tat nicht verhindern können“, sagte Radek dem RND. Täter, die Menschen vor Bahnen schubsten, seien „Verbrecher mit hoher krimineller Energie“.

Aus Großstädten wie Berlin wären Fälle sogenannter S- oder U-Bahn-Schubser schon länger bekannt. „Die Polizei“, so Radek, „versucht sich nach jedem Fall präventiv besser einzustellen. Bei Taten, die vorsätzlich geschehen, stößt sie jedoch an ihre Grenzen. Wir müssen jetzt aufpassen, dass es nicht zu Nachahmungstaten kommt.“ Der Gewerkschafter erinnerte dabei an den Vorfall im nordrhein-westfälischen Voerde vor anderthalb Wochen, als eine 34-jährige Mutter vor einen einfahrenden Zug gestoßen wurde und starb.

Der GdP-Vize forderte eine ehrliche Debatte über die Konsequenzen der tödlichen Attacke von Frankfurt. „Bauliche Veränderungen für eine etwaige Abschottung von Bahnsteigen zur Sicherheit Bahnreisender benötigen Zeit und Geld. Außerdem führt jede Sicherheitsmaßnahme zu Einschränkungen von Reisenden. Das muss jedem klar sein.“

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Von Rasmus Buchsteiner und Thoralf Cleven/RND

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