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Deutschland / Welt UN-Gremium verlängert ISAF-Mandat um ein Jahr
Nachrichten Politik Deutschland / Welt UN-Gremium verlängert ISAF-Mandat um ein Jahr
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12:20 09.10.2009
Rosemary DiCarlo (r.), die Gesandte der USA bei den Vereinten Nationen, und Zahir Tanin,  Afghanischer Botschafter bei den Vereinten Nationen in New York.
Rosemary DiCarlo (r.), die Gesandte der USA bei den Vereinten Nationen, und Zahir Tanin, Afghanischer Botschafter bei den Vereinten Nationen in New York. Quelle: afp
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In einer am Donnerstag verabschiedeten Resolution forderte das Gremium die Mitgliedsstaaten des Bündnisses auf, „Personal, Ausrüstung und andere Ressourcen“ beizusteuern, damit die internationalen Truppen „alle operationellen Aufgaben“ erfüllen könnten.

Die von Japan verfasste und einstimmig verabschiedete Resolution 1890 betont ausdrücklich die „Notwendigkeit“, die NATO-geführten ISAF-Truppen am Hindukusch zu stärken. Konkrete Angaben dazu, inwieweit das Engagement personell und materiell ausgeweitet werden soll, macht der Sicherheitsrat darin jedoch nicht. Den Einsatz der mehr als 67.000 Mann starken ISAF-Truppen verlängerten die 15 Mitglieder des Gremiums bis zum 13. Oktober 2010.

In der Resolution bringt der Sicherheitsrat seine „starke Besorgnis“ über die Sicherheitslage in Afghanistan zum Ausdruck. Er verurteilt darin den Anstieg der Gewalttaten durch Anhänger der radikalislamischen Taliban und des Terrornetzwerks El Kaida und zeigt sich besorgt über die hohe Zahl ziviler Opfer. Es sei wichtig, dass der „funktionelle Charakter, die Professionalität und das Verantwortungsbewusstsein“ der afghanischen Sicherheits gestärkt werde, heißt es in dem Dokument.

Die Resolution unterstreiche „den Umfang an internationaler Unterstützung“, die für die internationalen Bestrebungen in Afghanistan nötig seien, sagte der britische UN-Botschafter John Sawers. Insgesamt sind rund 100.000 NATO- und US-Soldaten in Afghanistan stationiert, die dort derzeit gegen den schwersten Anstieg von Gewalt seit dem US-geführten Einmarsch im Jahr 2001 kämpfen.

US-Präsident Barack Obama bemüht sich zur Zeit um eine neue Kursbestimmung für den Einsatz am Hindukusch. Dabei werde auch eine Zusammenarbeit mit gemäßigten Taliban geprüft, sagte Außenministerin Hillary Clinton am Donnerstag in Washington. „Alle möglichen Ansätze“ würden überprüft, damit die Regierung eine „kluge“ Entscheidung für das weitere Engagement am Hindukusch treffen könne, sagte Clinton.

Das Weiße Haus erklärte am Donnerstag, dass die Taliban eine geringere Bedrohung für die Sicherheit der USA darstellten als El Kaida. Dies nährte Spekulationen, Obama könnte sich gegen eine Aufstockung der US-Truppen entscheiden. Der US-Oberbefehlshaber in Afghanistan, General Stanley McChrystal fordert hingegen die Entsendung von bis zu 40.000 zusätzlichen Soldaten, da der Krieg nach seinen Angaben ansonsten binnen einen Jahres verloren gehen könnte.

afp