Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Deutschland / Welt Türkische Regierung sendet Friedenssignale
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Türkische Regierung sendet Friedenssignale
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:11 05.10.2012
Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan versicherte nach türkischen Medienberichten, sein Land wolle keinen Krieg mit Syrien.
Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan versicherte nach türkischen Medienberichten, sein Land wolle keinen Krieg mit Syrien. Quelle: dpa
Anzeige
Istanbul

Die türkische Regierung sendet nach ihrem Vergeltungsschlag auf Ziele in Syrien Friedenssignale aus. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan versicherte nach türkischen Medienberichten vom Freitag, sein Land wolle keinen Krieg mit Syrien. Der Weltsicherheitsrat verurteilte den Angriff auf die Türkei mit fünf Toten scharf und forderte von beiden Seiten Zurückhaltung. Die Führung in Damaskus gab sich ihrerseits keine Mühe, die Krise zu entschärfen. Eine Entschuldigung lehnte sie ab.

Auch zwei Tage nach dem Granatenangriff auf ein türkisches Grenzdorf weigerte sich Damaskus, die Verantwortung für den Tod der Zivilisten im Nachbarland zu übernehmen. Die Staatsmedien schwiegen sich am Freitag zu dem Thema aus. Das Ergebnis der von der Regierung angekündigten Untersuchung zu dem Angriff, der am Mittwoch eine Türkin und ihre vier Kinder das Leben gekostet hatte, wurde bislang nicht veröffentlicht.

Die syrische Regierung hatte der Türkei zwar kurz nach den Angriff ihr Beileid ausgesprochen. Ihr UN-Botschafter in New York, Baschar al-Dschafari, betonte aber, dies sei aus „Solidarität“ mit der Familie der Getöteten geschehen. Es sei aber keine Entschuldigung.

Die Mitglieder im Sicherheitsrat hatten stundenlang um eine Formulierung gerungen, weil die Russen dem Vernehmen nach jede Kritik an der syrischen Regierung verhindern wollten. Der Präsident des Sicherheitsrates, in diesem Monat der guatemaltekische UN-Botschafter Gert Rosenthal, sagte, dass „der schwerwiegende Vorfall unterstreicht, welche Auswirkungen die syrische Krise auf die Sicherheit der Nachbarn und Frieden und Sicherheit in der Region“ habe. „Der Rat fordert, dass solche Verletzungen des internationalen Rechts sofort aufhören und sich nicht wiederholen.“

Eine syrische Rebelleneinheit drohte unterdessen damit, 45 iranische Geiseln zu ermorden. In einem Video, das arabische Fernsehsender am Freitag veröffentlichten, sagt ein Rebellenführer, die Verhandlungen mit der syrischen und der iranischen Regierung über eine Freilassung der Geiseln seien gescheitert. Sollte die Forderung der Revolutionäre nach einer Freilassung von Gefangenen und einem Ende der „willkürlichen Angriffe auf wehrlose Zivilisten“ bis Samstag nicht erfüllt worden seien, werde man dann damit beginnen, die Geiseln zu töten.

Die syrische Opposition berichtete am Freitag von einer Razzia der Regimetruppen in einem Dorf der Provinz Daraa, nachdem Rebellen am Vorabend den nahe gelegenen Militärstützpunkt Al-Musayfra eingenommen hatte. Bei dem Sturm auf das Militärgelände seien etliche Soldaten getötet worden, hieß es. Weitere Soldaten wurden den Angaben zufolge gefangen genommen.

Das staatliche Fernsehen meldete, die Sicherheitskräfte hätten in Kudsia, einem Vorort von Damaskus acht Männer befreit, die von „bewaffneten Terrorbanden“ entführt worden seien. Die Regimegegner berichteten von zahlreichen Festnahmen in dem Viertel.

dpa

Mehr zum Thema

Die türkische Führung hat nun ein Mandat für Militäreinsätze in Syrien. Einen Krieg will Ankara aber vermeiden. Der UN-Sicherheitsrat reagiert mit scharfer Kritik auf den syrischen Angriff.

05.10.2012

Als Reaktion auf einen tödlichen Granatenangriff hat das türkische Parlament grünes Licht für mögliche Militäreinsätze im Nachbarland Syrien gegeben. Gegen Stimmen aus der Opposition billigten die Abgeordneten mehrheitlich einen Antrag der Regierung, der für ein Jahr Einsätze auch über die Grenze hinweg erlaubt, berichteten türkische Fernsehsender am Donnerstag aus Ankara.

04.10.2012

Die Türkei wird immer tiefer in den syrischen Bürgerkrieg hineingezogen. Am Mittwoch wurden neben 136 Syrern auch fünf türkische Bürger durch Granaten aus Syrien getötet. Wie lange kann sich Ankara noch aus dem Konflikt heraushalten?

03.10.2012