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Deutschland / Welt Trumps großes Ablenkungsmanöver
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18:33 21.12.2018
Zurückgetreten: James Mattis (rechts) schaut auf US-Präsident Donald Trump. Quelle: imago/UPI Photo
Washington

Mit leichter Hand setzt sich Trump über die einhellige Meinung seiner Fachleute hinweg – und riskiert das Chaos. US-Truppen standen in dieser Woche entlang der irakisch-syrischen Grenze in schweren Gefechten gegen die Widerständler des „Islamischen Staates“. Und nur Stunden später stellte Trump per Twitter fest: Er habe über die IS-Extremisten gesiegt. Man muss kein Militärexperte sein, um zu ahnen, dass hier etwas nicht stimmt.

Der eigentliche Beweggrund für Trump liegt denn auch in Washington. Die Nachforschungen des FBI-Sonderermittlers Robert Mueller rücken so nahe an das Weiße Haus heran, dass die Nervosität wächst. Das Tröstliche liegt lediglich in dem Gedanken, dass Trump nicht in einen Krieg zieht, um von seinen innenpolitischen Schwierigkeiten abzulenken. Im Gegenteil: Mit der Pose des Mächtigen holt er die Truppen heim – die Folgen überlässt er anderen. Zuerst in Syrien, dann in Afghanistan.

Wladimir Putin ließ seine Genugtuung über den Entscheider im Oval Office bereits erkennen, und auch in Ankara, Teheran und Damaskus wächst die Erkenntnis, dass die Stunde des Handelns schlägt. Wie schnell sich die Gewichte verschieben, ist nicht zuletzt in Berlin zu spüren. In Mattis fanden deutsche Regierungsvertreter bei ihren Besuchen in Washington stets einen Gesprächspartner, der ihnen den Eindruck vermittelte, dass sich an der transatlantischen Partnerschaft nichts Wesentliches geändert habe. Die Gäste aus Deutschland wussten natürlich, dass sich der Einfluss des Pentagon-Chefs auf Trump nur schwer einschätzen ließ. Aber es war ein gutes Gefühl, zumindest in diesem Minister die Verlässlichkeit wiederzufinden, die über Jahrzehnte das Miteinander prägte.

Künftig gelten andere Spielregeln. Auch in Berlin wurde der Hinweis des Senators Bob Corker aufmerksam registriert, dass Rex Tillerson, John Kelly und James Mattis Amerika vor dem Chaos der eigenen Regierung schützen würden. Diese Woche gab einen Vorgeschmack, wie das Weiße Haus ohne die „Erwachsenen“ tickt. Auf die Schnelle müssen in Berlin Antworten gefunden werden: Wie lange lässt sich noch der Bundeswehreinsatz in Afghanistan verantworten? Wie steht es um das Verhältnis zu Ankara, wenn dort alles für eine Offensive gegen die Kurden in Syrien vorbereitet wird?

Eine Antwort hat Berlin schon: Die Verantwortung für die eigene Sicherheit wächst.

Von Stefan Koch/RND

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