Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Deutschland / Welt Tore auf für Flüchtlinge? Erdogan hat Europa in der Hand
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Tore auf für Flüchtlinge? Erdogan hat Europa in der Hand
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:18 03.10.2019
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan droht damit, die Tore nach Europa für Flüchtlinge wieder zu öffnen. Quelle: Richard Drew/AP/dpa
Athen

Man braucht keine tiefschürfenden Analysen anzustellen, um die Rolle der Türkei in der Flüchtlingspolitik zu verstehen. Ein Blick auf die Landkarte reicht. Syrien, der Irak und der Iran grenzen an die Türkei, und die Türkei ihrerseits grenzt an die EU-Staaten Griechenland und Bulgarien. Dorthin wollen die Menschen, die als Kriegsflüchtlinge und Armutsmigranten aus den östlichen Nachbarländern in die Türkei strömen.

Das Wort „Schleusenwärter“ beschreibt die Rolle des türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan anschaulich. In der Ägäis verläuft eine Außengrenze der EU. Aber sichern kann diese Grenze nur die Türkei. Sie müsste die Flüchtlingsboote in ihren Hoheitsgewässern stoppen. Erreichen die Migranten erst einmal griechische Gewässer, müssen die Griechen sie nach dem Völkerrecht aufnehmen. Erdogan sitzt also am längeren Hebel. Das spürt man jetzt auf den griechischen Ägäisinseln, wo sich die Zahl der Migranten, die aus der Türkei kommen, gegenüber dem vergangenen Sommer verdoppelt hat.

„Die Griechen alleinzulassen ist keine Option“

Der Anstieg ist kein Zufall. Der türkischen Küstenwache dürfte nicht entgehen, dass nun die Flüchtlingsboote in regelrechten Konvois zu den griechischen Inseln ablegen. Aber man schaut weg. Erdogan lässt offensichtlich den Schleusern freie Hand. So verleiht er seiner Drohung Nachdruck, er werde „die Tore öffnen“, wenn die Europäische Union nicht weitere Milliardenhilfen lockermacht.

So bitter es auch ist: Bei nüchterner Betrachtung haben die Europäer gar keine andere Wahl, als auf Erdogans Erpressung einzugehen. Griechenland mit dem Problem alleinzulassen ist keine Option. Wenn jetzt Hunderttausende Migranten über die Ägäis kommen, würde das nach der schweren Krise gerade erst einigermaßen stabilisierte Land ins wirtschaftliche und politische Chaos abstürzen. Letztlich müssten die europäischen Länder, wie 2015, den Flüchtlingen die Grenzen wieder öffnen. Den Migrationsdruck würde das nur noch weiter erhöhen. Weitere Milliarden für Erdogan sind da am Ende wohl die billigere Lösung.

Auch interessant:

EU alarmiert: Zahl der Flüchtlinge in Griechenland verdoppelt

Vater von Alan Kurdi: „Ich sehe ihn jedes Mal wieder untergehen“

Von Gerd Höhler/RND

Nach dem Mauerfall versprach Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl blühende Landschaften, die es im Osten innerhalb weniger Jahre geben werde. Was Bildung und Forschung angeht, zieht das zuständige Ministerium nun eine positive Bilanz. Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) kündigt neue Förderprogramme für besonders strukturschwache Regionen an - im ganzen Land.

03.10.2019

Den Alternativen Nobelpreis hat Greta Thunberg bereits bekommen. Mit ihrer Rede vor den Vereinten Nationen ist sie auch auf Kritik gestoßen. Der neue RND-Wahlmonitor zeigt nun: Zwei Drittel der Deutschen, die älter als 18 Jahre alt sind, sind gegen eine Auszeichnung von Greta mit dem Friedensnobelpreis.

06.10.2019

Donald Trump und seine US-Regierung legen im Handelsstreit mit der EU nach. Ab dem 18. Oktober treten Strafzölle in Milliardenhöhe in Kraft. Brüssel bastelt bereits an einer Retourkutsche.

03.10.2019