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Deutschland / Welt Terroranschlag auf US-Flugzeug fehlgeschlagen
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09:45 27.12.2009
Ein Terroranschlag auf ein Flugzeug am ersten Weihnachtsfeiertag ist fehlgeschlagen.
Ein Terroranschlag auf ein Flugzeug am ersten Weihnachtsfeiertag ist fehlgeschlagen. Quelle: afp (Symbolbild)
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In den USA ist ein Terroranschlag auf eine vollbesetzte Passagiermaschine vereitelt worden. Nach Angaben von US-Behörden versuchte ein 23-jähriger Nigerianer am Freitag kurz vor der Landung eines Airbus A330 auf dem Flughafen von Detroit einen Sprengsatz zu zünden, bevor er von Passagieren und Besatzung überwältigt wurde. Die US-Regierung forderte alle Fluglinien auf, ihre Sicherheitsvorkehrungen für Flüge in die USA zu erhöhen.

Der Zwischenfall ereignete sich am ersten Weihnachtstag kurz vor Mittag (18.00 Uhr MEZ) an Bord einer Maschine der Fluglinie Northwest Airlines auf dem Weg von Amsterdam nach Detroit. Rund 20 Minuten vor der Landung versuchte der Nigerianer namens Abdul Faruk Abdulmutallab nach Zeugenaussagen, den Sprengsatz zu zünden. Dabei geriet seine Kleidung in Brand, Passagiere überwältigten den mutmaßlichen Attentäter. Die Maschine landete mit mehr als 280 Menschen an Bord unbeschadet auf dem Flughafen von Detroit.

US-Medienberichten zufolge gab Abdulmuttalab in einem Verhör an, er habe auf Befehl des Terrornetzwerks El Kaida gehandelt. Demnach sagte der Nigerianer den Ermittlern, den Sprengsatz und genaue Anweisungen im Jemen erhalten zu haben. US-Sicherheitsbehörden schließen den Berichten zufolge jedoch auch eine Alleintäterschaft nicht aus. Demnach stand Abdulmutallab auf einer Beobachtungsliste, nicht jedoch auf einer Terrorliste. Aus US-Regierungskreisen hieß es, der Vorfall werde als Anschlagsversuch gewertet.

US-Präsident Barack Obama ordnete erhöhte Sicherheitsmaßnahmen für Flugreisen an. Das Heimatschutzministerium informierte Passagiere darüber, sich auf zusätzliche Kontrollmaßnahmen auf In- und Auslandsflügen einzustellen. Laut der niederländischen Koordinationsbehörde für Terrorismusbekämpfung (NCTB) forderte die US-Regierung sämtliche Fluglinien auf, ihre Sicherheitsvorkehrungen für Flüge in die USA zu erhöhen. Dies schließe strengere Kontrollen von Passagieren und Handgepäck ein.

Der mutmaßliche Attentäter verfügte nach Angaben der niederländischen Anti-Terror-Behörde NCTB über ein gültiges Visum für die USA. Der junge Nigerianer sei von Lagos nach Amsterdam geflogen und habe dort einen Anschlussflug nach Detroit genommen, teilte die Behörde am Sonnabend mit. Nach ersten Ermittlungen habe die Fluglinie Northwest Airlines vor dem Abflug in Amsterdam-Schiphol vorschriftsmäßig eine Liste mit den Angaben der Passagieren an die US-Behörden weitergeleitet und daraufhin von diesen die Erlaubnis zum Start erhalten.

Laut NCTB erfolgte am Flughafen Amsterdam-Schiphol zudem eine Sicherheitskontrolle, die „nach ersten Ermittlungen den Vorschriften entsprechend durchgeführt wurde“. Allerdings könne nicht ausgeschlossen werden, dass „potenziell gefährlich Gegenstände, die mit den heutigen Sicherheitstechnologien schwer zu finden sind“, mit an Bord gebracht worden seien.

Auch die britische Kriminalpolizei Scotland Yard schaltete sich in die Ermittlungen ein. In Absprache mit den US-Behörden gebe es in London Durchsuchungen, sagte eine Sprecherin.

Unklar war zunächst auch, welche Art von Sprengsatz Abdulmutallab benutzte. Wie US-Medien unter Berufung auf die Ermittlungen berichteten, sagte der 23-Jährige beim Verhör, er habe Pulver an seinem Bein festgeklebt, das er mit Hilfe einer mit Chemikalien gefüllten Spritze zur Explosion bringen wollte. Dabei geriet jedoch seine Kleidung in Brand.

Der republikanische Vertreter im Parlamentsausschuss für innere Sicherheit, Peter King, nannte den Sprengsatz neuartig und „ziemlich ausgeklügelt“. Der Zwischenfall hätte in einer Katastrophe enden können. Medienberichten zufolge wurde der mutmaßliche Attentäter mit Verbrennungen dritten Grades an den Beinen in eine Klinik eingeliefert.

Der Zwischenfall erinnert an den Fall des britischen „Schuh-Bombers“ Richard Reid. Dieser hatte kurz vor Weihnachten 2001 auf einem US-Flug von Paris nach Miami versucht, in seinen Schuhen versteckten Sprengstoff zu zünden.

afp