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Deutschland / Welt Tausende Menschen demonstrieren in Berlin für Aufnahme von Flüchtlingen
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21:10 06.07.2019
Mit Rettungswesten und einem Schild mit der Aufschrift „Schutz zu suchen ist kein Verbrechen" stehen Demonstranten am Bundeskanzleramt. Quelle: Paul Zinken/dpa
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Berlin

Tausende haben in Berlin die Aufnahme von aus Seenot geretteten Flüchtlingen gefordert. Die Demonstranten zogen am Samstagnachmittag vom Kanzleramt durch das Regierungsviertel und am Innenministerium vorbei zum Hauptbahnhof. Die Polizei sprach von mehr als 2000 Teilnehmern. Störungen oder besondere Vorkommnisse habe es nicht gegeben, alles sei friedlich.

Auf Transparenten forderten die Demonstranten: „Für ein Europa der Vielfalt und Menschenrechte“ und „Nieder mit der rassistischen Festung EU“. Mit Blick auf das Mittelmeer, über das viele Flüchtlinge kommen, hieß es: „Ertrinken lassen = Mord“.

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Lesen Sie hier: die jüngsten Entwicklungen auf dem Mittelmeer 

„Nieder mit der rassistischen Festung EU

In zahlreichen deutschen Städten wurde zeitgleich demonstriert. Aufgerufen hatte die Organisation Seebrücke, die im Sommer 2018 gegründet wurde. Sie fordert sichere Fluchtwege für Flüchtlinge.

Die Kapitänin des deutschen Rettungsschiffes „Sea-Watch 3“, Carola Rackete, die in Italien vorübergehend festgenommen worden war, sagte in einer aufgezeichneten Botschaft, die über Lautsprecher zu hören war: „Man kann von der Bundesregierung erwarten, dass sie mutig vorangeht und sagt: Wir nehmen jetzt bis auf weiteres alle auf, die auf dem Mittelmeer gerettet werden. Das sind momentan nicht wirklich viele Leute. Das sind ein paar Hunderte oder Tausende im Moment, die da übers Mittelmeer kommen.“

Rackete: Deutschland soll alle aufnehmen

Rackete betonte, wenn man als eines der reichsten Länder der EU dafür keine Lösung fände, sei das „wirklich beschämend“. Und weiter: „Die Würde des Menschen ist unantastbar, das muss auch auf dem Mittelmeer gelten. Seenotrettung kennt keine Grenzen. Genauso wenig wie unsere Solidarität.“ Demonstranten trugen ein Plakat mit einem Foto von Rackete, auf dem stand: „Oh Captain, my Captain“.

An der Demonstration nahmen auch Vertreter der Organisationen „Ärzte ohne Grenzen“ und Attac teil. Auch Zeichen und Fahnen der Flüchtlings-Unterstützer von „Moabit hilft“ sowie der linksextremistischen Berliner Antifa waren zu sehen.

Von RND/dpa

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