Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Deutschland / Welt So wollen die Grünen Pflege und Erziehung aufwerten
Nachrichten Politik Deutschland / Welt So wollen die Grünen Pflege und Erziehung aufwerten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:00 30.04.2019
„Kümmern nicht nach der Stoppuhr“: Die Grünen fordern mehr Geld für Arbeitnehmerinnen in sozialen Einrichtungen – sowie mehr Wertschätzung. Quelle: Christian Charisius/dpa
Berlin

Grünen-Chef Robert Habeck stand vor wenigen Tagen auf einer Berliner Theaterbühne dem Publikum Rede und Antwort. Eine langjährige Krankenschwester ergriff beim „Brigitte Live-Talk“ das Wort, von Habeck wollte sie wissen: „Warum sollen Pflegekräfte und Krankenschwestern die Grünen wählen?“ Ein Vorwurf schwang da mit, die Fragestellerin schob hinterher: „Wann kriegen wir endlich mehr Geld?“

Habeck setzte zu einer langen Erwiderung an. Er sprach von schwindender Kaufkraft und Niedriglöhnen und staatlicher Unterstützung. Eine konkrete Antwort blieb er schuldig.

Dabei machen sich die Grünen durchaus ihre Gedanken zur Zukunft vermeintlicher Frauenberufe. Das geht aus einem Papier führender Grünen-Politikerinnen hervor, das den Titel „Kümmern als Beruf“ trägt und dem RedaktionsNetzwerk Deutschland vorliegt.

Pflegen kann jeder? Von wegen, meinen die Grünen

Darin fordern die stellvertretende Parteivorsitzende Gesine Agena, die stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Katja Dörner, die baden-württembergische Grünen-Chefin Sandra Detzer und die Sozialpolitikerin Kordula Schulz-Asche eine deutliche Aufwertung der sozialen Arbeit in Krankenhäusern, Kitas und Pflegeeinrichtungen.

„Die heutige Bezahlung in den Kümmerer-Berufen wird deren Professionalität und ihrer Verantwortung für unser aller Wohl nicht gerecht“, schreiben die Autorinnen. Sie fordern flächendeckende Tarifverträge, die mit deutlich besserer Bezahlung sozialer Arbeit einhergehen sollen. Schulgelder während der Ausbildung müssten abgeschafft werden.

Mit der Bezahlung nach dem Motto „Pflegen kann ja jeder“ solle Schluss sein. Nur so könnten sich die Gehälter von Männern und Frauen einander annähern. Der überwiegende Teil der Lohnlücke von rund 20 Prozent gehe darauf zurück, dass Berufe, in denen vor allem Frauen arbeiten, deutlich schlechter bezahlt würden als Berufe, in denen größtenteils Männer arbeiten, schreiben die Grünen.

Geld allein reicht nicht

„Wertschätzung drückt sich in der Bezahlung aus, aber bei Weitem nicht nur“, betonen sie. Die Grünen-Politikerinnen mahnen zu einer besseren personellen Ausstattung in den Einrichtungen, damit „Kümmern nicht nach der Stoppuhr“ erfolgt. Sie fordern einen verbindlichen Personalschlüssel, „der sicherstellt, dass die Kitas ihrem Bildungsauftrag auch gerecht werden können und Pflegebedürftige gut versorgt werden“. Auch bezahlte Auszeiten für Fort- und Weiterbildung sowie Aufbaustudiengänge sollen gesetzlich verankert werden.

„Spahn und Giffey: Nichts als warme Worte“

Der Bundesregierung trauen die Grünen hier wenig zu. „Ob Gesundheitsminister Spahn oder Familienministerin Giffey: Die Bundesregierung findet zwar warme Worte für die vielen Menschen, die sich beruflich um andere kümmern. Aber echte Wertschätzung und auch eine konkrete Aufwertung der Berufe sieht anders aus“, sagte die Grünen-Bundestagsabgeordnete Katja Dörner dem RND.

„Gerade frauenpolitisch ist es mehr als angesagt, Kümmerer-Berufe zu Berufen mit gutem Einkommen und guten Perspektiven zu machen“, sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende.

Von Marina Kormbaki/RND

Der 1. Mai ist der große Tag der Gewerkschaften. Was ist, wenn auch AfD-Mitglieder zu den Kundgebungen kommen? Und: Was sind in diesem Jahr die drängendsten inhaltlichen Themen? Darüber spricht Verdi-Chef Frank Bsirske im RND-Interview.

30.04.2019

Die einen sehen in ihr ein Instrument für wirksamen Umweltschutz, die anderen warnen vor sozialen Protesten: Die Debatte um eine neue Abgabe auf Klimagase ist in vollem Gange. Fragen und Antworten zum neuen Reizthema im politischen Berlin.

29.04.2019

Das „Gorch-Fock“-Desaster, das Geld für die Nato – Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) steht politisch permanent im Feuer. Im „Berliner Salon“, dem neuen Talk-Format des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND), erlaubt sie ungewohnt offen Einblick in ihr Seelenleben – und hätte am Ende fast noch ein Lied gesungen.

29.04.2019