Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Deutschland / Welt Jens Spahns Mitarbeiter sind Vielflieger
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Jens Spahns Mitarbeiter sind Vielflieger
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:08 25.07.2019
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Quelle: imago images / Jens Schicke
Berlin

Bahnfahren steht bei Mitarbeitern des Bundesgesundheitsministeriums trotz Klimadebatten offenbar nicht besonders hoch im Kurs. Sie verursachen mit Flugreisen zwischen den beiden Dienstsitzen Bonn und Berlin im Schnitt drei Mal höhere Kosten als mit Zugreisen. Das geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Wieland Schinnenburg (FDP) hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

Demnach buchten die Mitarbeiter von Jens Spahn (CDU) in diesem Jahr (Stand 30.6.) Zugfahrten für 55.305 Euro. Im gleichen Zeitraum wurden Flugtickets für 147.678 Euro gekauft. Ein ähnliches Bild ergibt sich für die vergangenen Jahre: 2018 unternahmen Mitarbeiter des Ministeriums Bahnfahrten im Wert von 108.924 Euro. Die Kosten für Flugverbindungen lagen gleichzeitig bei 323.865 Euro. 2017 wurden Belege für dienstliche Bahnfahrten in Höhe von 73.058 Euro eingereicht, für Flugreisen aber in Höhe von 321.396 Euro.

Ähnlich ist das Muster auch bei Dienstreisen zu Terminen außerhalb von Bonn und Berlin. In diesem Jahr wurden in diesen Fällen bereits Bahnfahrten für 35.436 Euro gebucht, aber für 89.476 Euro Flugreisen. Im vorigen Jahr lag das Verhältnis bei 79.561 zu 253.612 Euro, 2017 bei 84.073 zu 185.300 Euro.

Es gibt insgesamt sechs Ministerien mit jeweils zwei Dienstsitzen

Die genaue Zahl der Flüge stellt das Ministerium nicht zur Verfügung. Diese Daten würden nicht ausgewertet, erklärte eine Sprecherin auf Anfrage des RND.

Mitarbeiter der sechs Bundesministerien mit den beiden Dienstsitzen Bonn und Berlin nutzen für Dienstreisen innerhalb Deutschlands häufig das Flugzeug, wie Anfragen des RND ergaben: Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung buchte 2018 insgesamt 4490 Mal die Strecke, in diesem Jahr waren es bis zum 19. Juli bereits 2852 Flüge. Mitarbeiter des Bundesministeriums für Verteidigung absolvierten im vergangenen Jahr 13.437 dienstliche Inlandsflüge, 2019 bis Mai bereits 5958. Davon entfielen alleine auf die Strecke Bonn - Berlin 3014 Flugreisen.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft schickte seine Mitarbeiter 2018 insgesamt 1709 Mal per Flugzeug auf Dienstreise, davon 1525 Mal nach Bonn oder Berlin. In diesem Jahr waren es bis Ende Mai 1658 Flüge, 930 davon zwischen den Dienstsitzen. Sogar das Bundesumweltministerium schickte seine Mitarbeiter von Januar bis Juli bereits 1740 Mal zwischen Bonn und Berlin hin und her. Damit dürfte das Vorjahr deutlich übertroffen werden: 2018 war das insgesamt 2755 Mal der Fall.

Umweltministerium will auf Änderung des Reisekostengesetzes drängen

Keine Auskunft erteilte das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das ebenfalls in Bonn und Berlin angesiedelt ist. „Eine entsprechende Statistik wird nicht geführt, da es hierfür keinen Rechtsgrund gibt“, sagte ein Ministeriumssprecher auf RND-Anfrage.

Zuletzt waren die Flugdienstreisen von Ministeriums-Mitarbeitern im Zuge der Klimadiskussion in den Fokus geraten. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hatte eine allgemeine Erhöhung der Flugpreise über eine Anhebung der Luftverkehrsabgabe ins Spiel gebracht. Immerhin: Das Bundesumweltministerium hat nun angekündigt, auf eine Änderung des Reisekostengesetzes zu drängen. Dies verpflichtet Beamte in der Regel, das billigste Transportmittel zu nützen – und das sind oftmals Flugzeuge.

Von Christian Burmeister/RND

Tunesiens Präsident Beji Caid Essebsi ist im Alter von 92 Jahren gestorben. Berichten zufolge war der Staatschef bereits am Morgen in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Sein Tod kommt für das Land zu einem kritischen Zeitpunkt.

25.07.2019

In dem seit Wochen andauernden Verkehrsstreit zwischen Österreich und Deutschland scheinen die Fronten verhärtet. Ein Krisengipfel in Berlin soll Bewegung in die festgefahrene Situation bringen. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Streit.

25.07.2019

Trotz der Friedensgespräche zwischen Taliban und USA überzieht eine Welle der Gewalt Afghanistan. In der Hauptstadt Kabul hat es mehrere Explosionen und Gefechte gegeben. Hinter den Anschlägen steckt Kalkül.

25.07.2019