Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Deutschland / Welt „Sophia“ rettete 730.000 Schiffbrüchige
Nachrichten Politik Deutschland / Welt „Sophia“ rettete 730.000 Schiffbrüchige
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:09 31.03.2019
Das von der spanischen Armee zur Verfügung gestellte undatierte Bild zeigt Migranten, die von der spanischen Fregatte "Reina Sofia" (Königin Sofia) auf See vor der italienischen Küsten gerettet wurden, während der Operation "Sophia", einer Mission der Marine der Europäischen Union (EUNAVFOR) zur Verhinderung von Todesfällen auf See im Mittelmeer. Quelle: dpa
Brüssel/Rom

Die Europäische Union hat nach Angaben von Flüchtlingskommissar Dimitris Avramopoulos seit 2015 zur Rettung von fast 730.000 Flüchtlingen im Mittelmeer beigetragen. „Die Rettung von Menschenleben bleibt für die EU und ihre Mitgliedstaaten ein Muss“, erklärte Avramopoulos in einem Schreiben an das EU-Parlament, aus dem die Zeitungen der Funke Mediengruppe zitierten.

Unterdessen reagierte das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR mit scharfer Kritik auf den Abzug der beiden letzten im Einsatz befindlichen Schiffe aus der EU-Marinemission „Sophia“.

Im Schreiben von EU-Flüchtlingskommissar Avramopoulos heißt es, auch Nichtregierungsorganisationen hätten eine „entscheidende Rolle bei der Rettung von Leben gespielt“. Auf See werde echte humanitäre Hilfe geleistet, die nicht kriminalisiert dürfe.

Der EU-Flüchtlingskommissar forderte aber auch, alle Akteure im Mittelmeerraum müssten dafür sorgen, dass die Hilfe auf See unter Beachtung internationaler Regeln erfolge und nicht das Geschäftsmodell von Schleppern aufrecht erhalte.

UNHCR fordert neue Rettungsmission

Dominik Bartsch, Leiter des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR in Deutschland, sagte der „Welt am Sonntag“: „Die Entscheidung der EU-Mitgliedsstaaten, die Operation 'Sophia' faktisch zu beenden, ist ein bedrückender Rückschlag für ein Europa der Humanität.“ Bartsch forderte neue Maßnahmen zur Rettung von Migranten zwischen Libyen und Europa aus Seenot.

Die EU hatte vor einigen Tagen beschlossen, den Einsatz von Schiffen auf dem Mittelmeer für die Operation „Sophia“ gegen Schleuser und Menschenhändler zu beenden. An der Operation hatte sich seit 2015 auch die deutsche Marine mit Schiffen beteiligt. Die Beobachtung des Seeraums soll künftig aus der Luft erfolgen. Damit kann die EU auch keine Flüchtlinge zwischen Libyen und Europa mehr aus Seenot retten.

„Mehr Schiffe – egal, wer sie stellt“

Ohne Schiffe könne „Sophia“ weder Schlepper bekämpfen noch Menschen aus dem Meer retten, kritisierte der deutsche UNHCR-Vertreter Bartsch. Er verlangte den Aufbau neuer Rettungsmissionen, um die Kapazitäten für die Seenotrettung zu erhöhen. „Das heißt, es braucht mehr Schiffe, egal, wer sie stellt - in den Gewässern zwischen Libyen und Europa, dort wo Menschen ertrinken.“

Zudem müssten Beschränkungen für private Retter aufgehoben werden. „Die Rettung von Menschen aus Seenot ist ein humanitärer und rechtlicher Imperativ, der in internationalen Übereinkommen festgeschrieben ist“, betonte Bartsch.

Libyen sei kein „sicherer Hafen“

Der Chef des UNHCR in Deutschland betonte, Libyen sei kein „sicherer Hafen“, in den man Menschen zurückbringen könne. „Nach wie vor sitzen Tausende Menschen vor den Toren Europas in libyschen Internierungslagern unter menschenunwürdigen Bedingungen fest, werden vergewaltigt, verkauft oder versklavt“, erklärte er.

In Berlin demonstrierten am Samstag mehrere tausend Menschen gegen die geplanten Asylrechtsverschärfungen und für die Wiederaufnahme der Seenotrettung von Flüchtlingen im Mittelmeer. Die Teilnehmer forderten sichere Häfen für Flüchtlinge und die Entkriminalisierung von Flüchtlingshelfern und zivilen Seenotrettern.

Auch in weiteren deutschen Städten gab es am Samstag Demonstrationen der europaweiten Initiative „Seebrücke“, darunter in Köln und Nürnberg.

 

Von RND/epd

Seit Sonntag um 2 Uhr gilt in Europa wieder für sieben Monate Sommerzeit. Damit leben die Menschen wieder für lange Zeit gegen ihre innere Uhr, warnt der Münchner Chronobiologe Till Roenneberg. Das mache krank.

31.03.2019

In der Slowakei steht erstmals eine Frau an der Staatsspitze. Der Sieg der Umweltaktivistin Zuzana Caputova fällt deutlich aus. Sie unterstützte die Anti-Korruptions-Proteste nach dem Mord an einem Journalisten.

31.03.2019

Die AfD-Größen bestreiten zwar jede Fehlverhalten bei der Parteienfinanzierung – aber die Partei bereitet sich dennoch auf drohende Strafzahlungen der Bundestagsverwaltung vor. Weitere Spendenaffären könnten drohen

31.03.2019