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Deutschland / Welt So reagieren Twitter-Promis auf die Diskussion um ein „Grundschulverbot“
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17:00 06.08.2019
In der Grundschule lernen Kinder Lesen und Schreiben – und viele auch erstmals Deutsch. Quelle: Arno Burgi/ZB/dpa
Berlin

Die Debatte brodelt: Sollten Kinder ohne Deutschkenntnisse später eingeschult werden? Das fordert der CDU-Politiker Carsten Linnemann. Auf dem Nachrichtendienst Twitter halten das die meisten für Quatsch. Und schildern ihre eigene Geschichte.

Ganz repräsentativ ist Twitter in Integrations-Fragen wohl nicht. Dort sind überdurchschnittlich viele Menschen unterwegs, die beruflich besonders erfolgreich sind. Interessant sind die Erzählungen trotzdem.

Die Rapperin „Lady Bitch Ray“, bürgerlich Reyhan Şahin, schrieb auf Twitter: „Zur meiner Einschulung konnte ich besser Türkisch als Deutsch, Deutsch lernte ich so richtig erst in der 1. Klasse. Heute bin ich Doktorin der Linguistik. Kinder müssen gefördert werden, nicht am lernen gehindert!“

Auch Muhterem Aras (Grüne), Präsidentin des baden-württembergischen Landtags, mischte sich in die Diskussion ein: „Ich sprach kein Deutsch, als ich als 12-Jährige in die Hauptschule kam. Als meine Nebensitzerin in der 1. Stunde sah, dass ich die Matheaufgabe gelöst hatte, durfte ich sie an der Tafel vorrechnen. Später habe ich ein Steuerbüro aufgebaut und wurde Präsidentin des baden-württembergischem Landtags.“

Der Musiker und Comedian Shahak Shapira kam erst als 14-Jähriger nach Deutschland: „Ich kam mit 14 nach Deutschland und konnte kein Wort Deutsch. Im ersten halben Jahr gab es jeden Tag 2 Stunden Deutschunterricht nach der Schule IN der Schule. Sonst saß ich ganz normal im Unterricht und habe versucht mitzuhalten. So habe ich Deutsch gelernt.“

Er ergänzte: „Es geht nicht darum, Deutsch von einem Buch zu lernen, sondern Teil dieser Gesellschaft zu werden. Als gleichwertiges Mitglied. Jeder sollte diese Chance bekommen.“ Der 31-Jährige, dessen Eltern aus Israel kommen, gibt aber auch zu bedenken: „Ich war der einzige Ausländer in meiner Klasse. Wenn eine Mehrheit der Kinder einer Schulklasse kein Deutsch spricht, würde es nicht so funktionieren wie bei mir.“

Der WDR-Journalist und ESC-Experte Marspet Movsisyan beschreibt, wie es ihm ergangen ist: „Ich kam Mai 2000 nach Deutschland und ging 2 Monate später in die erste Klasse. Die Grundschule hat mir geholfen, Anschluss zu finden, einen gut funktionierenden Freundeskreis aufzubauen und sehr schnell deutsch zu lernen.“

Wenig später ergänzte er: „Mein Bruder kam für ein Jahr auf so eine „wir lernen erstmal Deutsch“-Schule und spricht halb so gut Deutsch wie ich.“

Die schleswig-holsteinische Landtagsabgeordnete Aminata Touré (Grüne) schrieb: „Wo fange ich da an? Ich habe kein Deutsch gesprochen bevor ich in die Schule gekommen, weil meine Schwester und ich nicht in den Kindergarten durften (!!) in den 90ern. Weil wir Asylsuchende waren. Ein Ort, an dem wir hätten die Sprache lernen können!“

Ihre Mutter habe darauf gedrängt, dass sie und ihre Schwester bereits mit fünf Jahren eingeschult wurden, damit sie möglichst früh Deutsch lernt. Ein staatliches Angebot zum Deutsch-Lernen habe es für sie damals nicht gegeben, so Touré.

Auch zahlreiche weniger prominente Twitterer meldeten sich zu Wort. Der Nutzer Nabard Eff steht für viele, wenn er schreibt: „Ich hab in der Grundschule erst deutsch lernen dürfen. Jetzt werde ich Arzt. Promoviere parallel. Populistischer Humbug eines Provinzkasperls zum Sommerloch.“

Das Thema hat aber trotzdem einen ernsten Hintergrund: Wie wichtig Sprachkenntnisse für den schulischen Erfolg sind – und wie viel im Schulsystem womöglich falsch läuft - zeigt eine Studie von „Eurydice“ im Auftrag der Europäische Komission. Demnach verlassen 23,1 Prozent der im Ausland geborenen Bevölkerung in Deutschland die Schule oder Ausbildung ohne Abschluss. Bei „Inländern“ sind es lediglich 8,1 Prozent.

Von Christian Burmeister/RND

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