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Deutschland / Welt „Menschenhändlerin“: Sheepworld-Chef äußert sich zum Fall Rackete – und verliert Partner
Nachrichten Politik Deutschland / Welt „Menschenhändlerin“: Sheepworld-Chef äußert sich zum Fall Rackete – und verliert Partner
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11:32 05.07.2019
Carola Rackete aus Kiel, deutsche Kapitänin der „Sea-Watch 3“. Quelle: Till M. Egen/Sea-Watch.org/dpa
Berlin

Niedliche Schafe mit Blumen und Herzchen, gedruckt auf Tassen, Untersetzer und Co. – die Marke Sheepworld steht für liebliche Geschenkartikel, die vielleicht nicht jedermanns Geschmack treffen. Dabei sind die Produkte vor allem eines: niedlich und harmlos.

Geschäftsführer Tobias Hiltl hat sich nun aber offenbar zu einer politisch brisanten Diskussion geäußert – und damit für Aufsehen gesorgt. In dem mittlerweile entfernten Beitrag äußerte sich Hiltl laut einem Bericht des Onlineportals „W&V“ abwertend über die Sea Watch-Kapitänin Carola Rackete. Er bezeichnete sie demnach als „Schlepperin und Menschenhändlerin“.

Sheepworld distanziert sich von den Äußerungen

Hiltls Äußerungen haben nun Konsequenzen für Sheepworld: Das Modelabel „Human Blood“ hat die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen aufgrund des Beitrages beendet. Als Antwort auf Hiltls Aussage wolle man alle gemeinsam mit Sheepworld erwirtschafteten Gewinne der Seenotrettung spenden, heißt es in einer entsprechenden Erklärung auf der Homepage des Labels.

„Wir als Marke gegen Rassismus und Ausgrenzung können, wenn auch privat gepostet, solche Äußerungen nicht hinnehmen und stellen daher die Kooperation mit der Sheepworld AG mit sofortiger Wirkung ein“, schreibt das Unternehmen auf seiner Website. „Wir wollen kein Geld in unserer Firma, dass aus rassistischen Äußerungen stammt. Wir haben überlegt den Kunden das Geld zu erstatten, aber wir finden, dass es bei der Seenotrettung besser angelegt ist”, so Benjamin Hartmann, Gründer von „Human Blood“.

Sheepworld hat sich am Freitagvormittag auf Facebook selbst zum Kommentar ihres Geschäftsführers geäußert. „Es tut uns leid, wenn die Äußerungen von Tobias Hiltl für Unmut bei Euch gesorgt haben“, schreibt das Unternehmen an seine Kunden.

„Wir möchten klarstellen, dass es sich um die privaten Meinungsäußerungen von Tobias Hiltl handelt und dies nicht die Position der Sheepworld-AG ist.“ Die Firma stehe für Vielfalt und Toleranz und lasse sich keinem politischen Lager zuordnen.

Wie Ihr vielleicht schon mitbekommen habt, sorgt eine Äußerung von Tobias Hiltl auf seinem privaten Facebook-Account...

Gepostet von sheepworld am Donnerstag, 4. Juli 2019

Die Hilfsorganisation „Mission Lifeline“ hat Sheepworld mit einem Tweet direkt angesprochen – und lädt Hiltl ein, selbst bei einer Rettungsmission mitzufahren.

Der Fall der „Sea-Watch“-Kapitänin Carola Rackete beschäftigt seit Tagen ganz Europa. Die junge Frau hatte mit 40 geretteten Flüchtlingen an Bord unerlaubt in Italien angelegt und wurde daraufhin festgenommen. Mittlerweile ist sie zwar wieder auf freiem Fuß – die Debatte um die Seenotrettung geht aber weiter.

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Von RND/lf/man

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