Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Deutschland / Welt Selbstmordanschlag auf UN-Büro in Islamabad
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Selbstmordanschlag auf UN-Büro in Islamabad
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:39 05.10.2009
Quelle: afp
Anzeige

Bei drei Opfern handelte es sich um Mitarbeiter des WFP, wie die UN-Organisation mitteilte. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand, der pakistanische Innenminister Rehman Malik machte die pakistanischen Taliban verantwortlich.

Der Attentäter betrat die Eingangshalle des stark gesicherten WFP-Büros nach Polizeiangaben in einer Uniform der paramilitärischen Grenztruppen, die für die Überwachung der WFP-Büros zuständig sind. Er sei zu Fuß in das Gebäude gekommen und habe nach der Toilette gefragt, bevor er einen acht Kilogramm schweren Sprengsatz gezündet habe. „Es gibt Scanner, Kameras und strikte Sicherheitsvorschriften“, sagte der stellvertretende Polizeiinspektor Bani Amin. Noch sei unklar, wie der Attentäter in das Gebäude gelangen konnte.

Das WFP bestätigte den Tod von drei Mitarbeitern - zwei Pakistanerinnen und einem Iraker. Zwei weitere UN-Angestellte schwebten noch in Lebensgefahr. Zunächst war unklar, ob es sich bei dem dritten getöteten Pakistaner ebenfalls um einen Mitarbeiter der UNO handelte. Laut Polizei wurden sechs Menschen verletzt. Zum Zeitpunkt der Explosion arbeiteten nach Polizeiangaben rund 80 Menschen in dem Gebäude, das im Zentrum von Islamabad liegt.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte das Attentat als „abscheuliches Verbrechen“. Aus Sicherheitsgründen schloss die UNO nach Angaben einer Sprecherin bis auf weiteres alle Vertretungen in Pakistan. „Das ist eine schreckliche Tragödie für WFP und die gesamte Gemeinschaft der Hilfsorganisationen in Pakistan“, sagte Amir Abdulla, stellvertretender Geschäftsführer im Hauptquartier der Organisation in Rom. Das WFP verteilt Lebensmittel an zwei Millionen pakistanische Zivilisten, die von dem Konflikt im Swat-Tal geflohen waren. In den vergangenen Wochen kehrten viele Vertriebene wieder in ihre Dörfer zurück.

Innenminister Malik machte die pakistanischen Taliban für den Anschlag verantwortlich, die den Tod ihres Anführers Baitullah Mehsud rächen wollten. Mehsud war im August bei einem US-Drohnenangriff ums Leben gekommen. „Das hat ihnen das Genick gebrochen, sie benehmen sich wie ein verwundetes Tier“, sagte Malik. In näherer Zukunft sei mit weiteren Anschlägen zu rechnen.

Die pakistanischen Taliban sollen hinter einem Großteil der rund 300 Anschläge in Pakistan stehen, bei denen in den vergangenen zwei Jahren mehr als 2100 Menschen getötet wurden. Zwölf der Anschläge trafen die Hauptstadt Islamabad.

afp

05.10.2009
Deutschland / Welt Schwarz-gelbe Koalitionsverhandlungen - Auf der Suche nach dem Zauber
Matthias Koch 04.10.2009