Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Deutschland / Welt Schwan und Stegner: GroKo hat keine Zukunft
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Schwan und Stegner: GroKo hat keine Zukunft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:53 16.08.2019
Ralf Stegner, stellvertretender SPD-Vorsitzender, und Gesine Schwan, Vorsitzende der SPD-Grundwertekommission, planen eine gemeinsame Kandidatur für den Parteivorsitz der SPD. Quelle: imago images / Jens Schicke
Anzeige
Berlin

Eine große Koalition hat nach Ansicht des SPD-Bewerberduos Gesine Schwan und Ralf Stegner langfristig keine Zukunft. Spätestens nach dieser Legislaturperiode müsse "definitiv Schluss" sein mit der Zusammenarbeit von SPD und Union, sagten die beiden Kandidaten für den Parteivorsitz am Freitag in Berlin. "Diese SPD definiert sich nicht über Koalitionen", betonte der stellvertretende Parteivorsitzende Stegner zugleich. Wenn die SPD im Herbst zu dem Schluss komme, dass sie wichtige strategische Fragen wie die Grundrente mit der Union nicht lösen könne, müsse sie sich trennen und "selbstbewussten Wahlkampf führen".

Die SPD befindet sich in einer sehr, sehr tiefen existenziellen Krise

SPD-Grundwertekommission Gesine Schwan

Die Vorsitzende der SPD-Grundwertekommission Schwan sagte, sie sehe ihre Partei "in einer sehr, sehr tiefen existenziellen Krise". Die SPD habe viel Vertrauen verloren. Sie wolle dafür sorgen, dass die Partei wieder finde, wofür sie stehe und die nach außen derzeit "diffuse Ausstrahlung" überwinde.

Anzeige

Schwan und Stegner bezeichnen sich als "Power-Duett"

"Wir sind ein Power-Duett", betonten die Kandidaten. Es störe sie auch nicht, dass sich am Tag ihrer offiziellen Kandidatur mit Finanzminister Olaf Scholz und dem niedersächsischen Innenminister Boris Pistorius zwei Hochkaräter für den Parteivorsitz ins Spiel gebracht hätten. "Wir haben da ganz viel Lust drauf, Gesine Schwan und ich", sagte Stegner. "Wer uns abschreibt, der täuscht sich."

Bei einer Veranstaltung in Kiel hatte der SPD-Vize im Hinblick auf das Alter - er ist 59 und Schwan 76 - gesagt, Altersfragen und regionale Aspekte spielten eine Rolle, aber nicht die entscheidende. Zudem habe Schwan deutlich mehr Power, Ideen und Integrationskraft als viele Jüngere. Auch Prominenz alleine entscheide nicht.

Das Rennen um die Nachfolge der Anfang Juni zurückgetretenen Parteichefin Andrea Nahles hat zwei Wochen vor Ende der Bewerbungsfrist deutlich angezogen. Am Freitag kündigten Pistorius und Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping ihre Kandidatur an. Scholz ist ebenfalls zu einer Bewerbung bereit und sucht nach einer Partnerin für eine Doppelspitze.

RND/dpa