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Deutschland / Welt Sarkozy soll sich „einige Tage“ von Schwächeanfall erholen
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19:38 27.07.2009
Herzprobleme Sarkozy Gesundheitszustand Val-de-Grâce Militärkrankenhaus Chirac Hyperaktivität Herzrhythmusstörungen
Mit Handschlag verabschiedet sich Präsident Sarkozy von seinen Ärzten. Quelle: Boris Horvat/afp
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Sarkozy und seine Frau Carla verließen die Klinik in der Pariser Innenstadt am Montagvormittag Hand in Hand und ließen sich zu ihrem Wochenendsitz in Versailles bringen. Der Elyséepalast erklärte, der 54-jährige Präsident habe keinerlei Herzprobleme, sondern sei vor Erschöpfung kollabiert.

Sarkozy und seine Frau kamen lächelnd aus dem Militärkrankenhaus Val-de-Grâce und verabschiedeten sich vor dem Gebäude per Handschlag von den Ärzten, die ihn seit Sonntagnachmittag behandelt hatten. Die Untersuchungen ergaben laut Elysée, dass der für seine Hyperaktivität bekannte Staatschef weder Herzrhythmusstörungen noch andere Herzprobleme hat und auch keine neurologische Störung vorlag. Sarkozy habe beim Laufen in der Mittagshitze einen Schwächeanfall gehabt, der wohl auch mit seiner großen Arbeitsbelastung zusammenhänge, hieß es in der Erklärung.

Die Ärzte hätten ihm geraten, sich einige Tage auszuruhen. Seine Termine für Montag und Dienstag sagte der Präsident deshalb ab beziehungsweise verschob sie; am Mittwoch will er die letzte Kabinettssitzung vor der Sommerpause leiten. Ende der Woche fährt Sarkozy dann wie geplant mit seiner 13 Jahre jüngeren Frau ans Mittelmeer, wo ihre Familie ein Anwesen hat.

Der Präsident sei bei guter Gesundheit, erklärte Regierungschef François Fillon. Alle Untersuchungen hätten gezeigt, „dass nichts Anormales vorliegt“. Sarkozy sei es beim Joggen auf seinem Wochenendsitz La Lanterne schwarz vor Augen geworden, weil er sich körperlich verausgabt habe und es sehr heiß gewesen sei. Der Staatschef war am Sonntag mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht worden, nachdem er beim Dauerlauf einen Schwächeanfall erlitten hatte. Sarkozy hat vier ständige Begleiter, die auf Schritt und Tritt in seiner Nähe sind, unter ihnen auch ein Arzt. Dieser leistete im Park erste Hilfe.

Sarkozy hatte noch vor Amtsantritt angekündigt, er werde sich regelmäßig untersuchen lassen und die Ergebnisse veröffentlichen, nachdem seine Vorgänger die Öffentlichkeit teils jahrelang belogen hatten. Tatsächlich gab er bislang nur einmal eine Erklärung zu seinem Gesundheitszustand heraus. Altpräsident Jacques Chirac musste das Amt nach einer Hirnblutung im Jahr 2005 zehn Tage lang ruhen lassen; sein Vorgänger François Mitterrand verschwieg über Jahre, dass er an Prostatakrebs litt - erst nach seinem Tod im Jahr 1996 deckte der behandelnde Arzt das Geheimnis auf.

afp