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Deutschland / Welt Raketenhagel im Grenzgebiet: Tote und Verletzte in Israel und Gaza
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08:57 05.05.2019
Ein israelischer Luftangriff trifft Gaza. Quelle: Yasser Qudih/XinHua/dpa
Tel Aviv/Gaza

Der Konflikt zwischen Israel und militanten Palästinensern im Gazastreifen ist erneut gefährlich eskaliert. In der Küstenstadt Aschkelon wurde nach Polizeiangaben in der Nacht zum Sonntag ein Israeli getötet, als eine aus dem Gazastreifen abgefeuerte Rakete sein Wohnhaus traf.

Nach Angaben des Rettungsdienstes Magen David Adom wurden zudem 83 Menschen verletzt. Zehntausende verbrachten die vergangenen Stunden in Schutzräumen. In den betroffenen Regionen heulten immer wieder die Alarmsirenen.

Ein Haus in einem israelischen Wohngebiet wurde von einer Rakete getroffen. Quelle: Tsafrir Abayov/AP/dpa

Bei Gegenangriffen der israelischen Luftwaffe im Gazastreifen wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza seit Samstag mindestens sechs Palästinenser getötet. 47 weitere Palästinenser seien verletzt worden.

Hunderte Raketen auf israelische Orte abgefeuert

Seit Samstag haben militante Palästinenser nach israelischen Militärangaben rund 430 Raketen auf israelische Ortschaften abgefeuert. Auch am Sonntagmorgen dauerten die Raketenangriffe an. Die israelische Luftwaffe hatte daraufhin Ziele im Gazastreifen angegriffen.

Am Samstag hatten Kampfjets der „Israel Defense Forces“ unter anderem ein Hauptquartier der dort herrschenden radikalislamischen Hamas sowie mehrere Raketenwerkstätten und Waffenlager zerstört. Israelische Medien berichteten, es seien auch gezielt Wohnhäuser ranghoher Mitglieder der Terrororganisationen Hamas und Islamischer Dschihad beschossen worden. Insgesamt wurden nach Armeeangaben seit Samstag 200 Ziele im Gazastreifen attackiert.

Flammen schlagen nach israelischen Luftangriffen aus einem Gebäude im Gazastreifen. Quelle: Mohammed Talatene/dpa

Das Auswärtige Amt verurteilte die Angriffe auf Israel und betonte das Recht auf Verteidigung. Auch die US-Regierung erklärte sich solidarisch mit Israel und sprach dem Verbündeten die „volle Unterstützung“ aus für dessen „Recht auf Selbstverteidigung gegen diese abscheulichen Attacken“, wie Außenministeriumssprecherin Morgan Ortagus mitteilte.

Palästinenserorganisationen drohen mit weiteren Angriffen

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu wollte seine Minister am Sonntag zu einer Dringlichkeitssitzung versammeln, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Die neue Eskalation passiert nur eine Woche vor dem internationalen Gesangswettbewerb Eurovision Song Contest (ESC) in Tel Aviv. Bisher war Tel Aviv während der jüngsten Runde der Gewalt nicht angegriffen worden. Militante Palästinenserorganisationen drohten jedoch mit einer Ausweitung der Angriffe auch auf die Küstenmetropole. Ägypten bemüht sich nach Medienberichten um eine Waffenruhe.

Die neue Runde der Gewalt begann, nachdem es am Freitag im Gazastreifen bei Konfrontationen mit israelischen Soldaten an der Grenze erneut Tote gegeben hatte. Vier Palästinenser wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza getötet, darunter zwei Hamas-Kämpfer. Die militanten Palästinenserfraktionen im Gazastreifen teilten in einer gemeinsamen Stellungnahme mit, man werde den Tod der Palästinenser rächen.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind bei teilweise gewaltsamen Protesten seit März vergangenen Jahres rund 280 Palästinenser getötet und Tausende verletzt worden.

Israel hält seit mehr als zehn Jahren eine Blockade über den Küstenstreifen aufrecht, die von Ägypten mitgetragen wird. Die Maßnahme wird mit Sicherheitserwägungen begründet.

Von RND/AP/dpa

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