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Deutschland / Welt Putin warnt vor wachsender Gefahr eines Atomkriegs
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12:35 20.12.2018
Der russische Präsident Wladimir Putin zieht an diesem Donnerstag vor einheimischen und ausländischen Journalisten eine Bilanz des Jahres. Quelle: Alexei Nikolsky/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa
Moskau

Kremlchef Wladimir Putin hat davor gewarnt, die wachsende Gefahr eines Atomkriegs zu unterschätzen. „Wenn, Gott verhüte, so etwas passiert, kann das zur Vernichtung der ganzen Zivilisation führen, wenn nicht des ganzen Planeten“, sagte der russische Präsident am Donnerstag vor Journalisten in Moskau.

Die Verantwortung für die wachsende Gefahr sah er aufseiten der USA, die wichtige Rüstungskontrollverträge gekündigt hätten. Russland wolle mit neuen Waffen nur das Gleichgewicht halten. „Wir wahren nur die Balance, sorgen für unsere Sicherheit“, sagte Putin.

Besorgniserregend sei, dass in militärischen Planspielen die Schwelle für den Einsatz von Atomwaffen sinke. Gefährlich seien auch US-Pläne, Interkontinentalraketen mit konventionellen Sprengköpfen zu bestücken. So bleibe für den Gegner unklar, wie er reagieren solle.

Lesen Sie hier den Kommentar: Demnächst könnten wieder Atomraketen in Mitteleuropa stehen

Putin: Verhältnis zur Ukraine wird sich nicht schnell entspannen

Putin glaubt zudem nicht, dass sich die Beziehungen zum Nachbarland Ukraine in absehbarer Zukunft normalisieren werden. „Solange in den Kiewer Machtetagen Russophobe sitzen, die sich über die Interessen ihres eigenen Volkes hinwegsetzen, ändert sich an der Situation nichts, ganz egal wer im Kreml sitzt“, sagte er. Putin machte damit erneut die Ukraine für den Konflikt verantwortlich. Kiew sieht die Schuld dagegen bei Moskau.

Putin sagte, sein Land sei an Frieden und Wohlstand in der Ukraine interessiert, da das Nachbarland einer der größten Wirtschaftspartner sei. Das Handelsvolumen zwischen beiden Ländern sei zuletzt gestiegen.

Der Konflikt zwischen beiden Ländern hatte sich Ende November erneut zugespitzt. Die russische Küstenwache hatte vor der Halbinsel Krim Boote der ukrainischen Marine gewaltsam an der Fahrt durch die Meerenge von Kertsch gehindert. Die Boote samt Besatzung wurden festgesetzt. Russland hatte 2014 die ukrainische Halbinsel Krim annektiert. Viele Länder sehen darin einen Verstoß gegen das Völkerrecht.

Putin: Russland kehrt nicht zum Sozialismus zurück

Nach Putins Worten wird Russland nicht zum Sozialismus zurückkehren. Wirtschaftlich habe das sozialistische System in die Sackgasse geführt, sagte der Kremlchef. Aber einzelne Elemente wie die „gerechte Verteilung von Ressourcen“ oder Fürsorge für den armen Teil der Bevölkerung seien Ziel seiner Politik. „Eine Sozialisierung in diesem Sinn wird es geben“, sagte Putin.

Am Vortag war in Moskau eine Umfrage veröffentlicht worden, laut der die Sehnsucht der Russen nach der 1991 aufgelösten Sowjetunion mit 66 Prozent so hoch ist wie seit über zehn Jahren nicht mehr. Bedauert werde an erster Stelle der Verlust des großen Wirtschaftsraumes, an zweiter Stelle das verlorene Gefühl, einer Supermacht anzugehören, ermittelte das unabhängige Lewada-Institut für Meinungsforschung.

Rekordzahl von 1700 Pressevertretern angemeldet

Putin zieht an diesem Donnerstag vor einheimischen und ausländischen Journalisten eine Bilanz des Jahres. Er hält diese jährliche Pressekonferenz bereits zum 14. Mal ab. Dieses Mal hat sich nach Kreml-Angaben eine Rekordzahl von 1700 Pressevertretern angemeldet. Hauptproblem für die Journalisten ist dabei häufig, überhaupt eine Frage stellen zu können. Sie bemühen sich mit Transparenten oder Zurufen, die Aufmerksamkeit von Putins Sprecher Dmitri Peskow vorab zu erregen.

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Sprecher: Putin bereitet bis in tief in die Nacht vor

Der Kremlchef bereite sich bis in tief in die Nacht auf die Begegnung mit der Presse vor und lese Dossiers der einzelnen Ministerien, sagte Peskow vorab. Für ihn sei es eine wichtige Gelegenheit, der Bevölkerung seine Meinung nahezubringen. Dazu hat Putin indes jedes Jahr mehrere Gelegenheiten. Einmal jährlich hält er im Kreml eine förmliche Rede zur Lage der Nation, ein anderes Mal antwortet er auf Fragen von Fernsehzuschauern.

Von RND/dpa

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