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Deutschland / Welt Papst ruft Palästinenser zum Gewaltverzicht auf
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12:41 13.05.2009
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Papst Benedikt XVI. Quelle: Avi Ohayon/ddp
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„Habt den Mut, jeder Versuchung zu widerstehen, die ihr vielleicht verspürt, von Gewalt- oder Terrorakten Gebrauch zu machen.“ Zugleich versicherte er, dass der Heilige Stuhl das Recht auf „ein souveränes palästinensisches Heimatland, im Land Ihrer Vorfahren, in Sicherheit und in Frieden mit seinen Nachbarn, innerhalb international anerkannter Grenzen“ unterstütze.
Der Papst rief dazu auf, die „Flamme der Hoffnung“ am Leben zu halten, auch wenn das Ziel eines eigenen Staates im Moment weit entfernt scheine - die Hoffnung, dass ein Weg gefunden werden könne, die legitimen Ansprüche von Israelis wie auch Palästinensern zu erfüllen. Er forderte insbesondere die jungen Menschen der Region auf, nicht zuzulassen, dass der Verlust von Leben und die Zerstörung, die sie miterleben müssten, in ihren Herzen Bitterkeit und Groll wachsen lasse.

Zugleich appellierte Benedikt XVI. „an alle Parteien dieses langanhaltenden Konflikts“, allen Groll und alle Spaltungen zu überwinden, die der Versöhnung immer noch im Weg stünden. Ein gerechtes und friedliches Zusammenleben der Völker im Nahen Osten könne nur durch den Geist der Zusammenarbeit und des gegenseitigen Respekts erreicht werden, in dem die Rechte und die Würde aller anerkannt würden. Benedikt mahnte, die internationale Staatengemeinschaft müsse ihren Einfluss zugunsten einer Lösung geltend machen. Er zeigte sich überzeugt, dass ein dauerhafter Frieden in diesen Ländern „wirklich erreicht werden kann“.

Der Papst forderte auch eine größere Bewegungsfreiheit für die Palästinenser. Er hoffe, dass die ernsten Sicherheitsbedenken in Israel und den Palästinensergebieten bald ausgeräumt werden könnten. „Palästinenser haben, wie alle anderen Menschen, ein natürliches Recht zu heiraten, Familien zu gründen, und Zugang zu Arbeit, Bildung und Gesundheitsversorgung zu erhalten“, betonte der 82-Jährige.

Anschließend feierte das Kirchenoberhaupt mit tausenden Gläubigen auf dem Krippenplatz eine Freiluftmesse. Benedikt XVI. rief die Christen der Region auf, eine „Brücke des Dialogs und der konstruktiven Zusammenarbeit“ zu sein, um eine Kultur des Friedens zu aufzubauen und Angst, Aggression und Frustration zu überwinden: „Baut Eure Ortskirchen auf, macht sie zu Werkstätten des Dialogs, der Toleranz und der Hoffnung, wie auch der Solidarität und der angewandten Nächstenliebe.“

Am Nachmittag wollte der Papst die Geburtsgrotte Jesu besuchen. Anschließend wurde er im Caritas-Baby-Hospital und in einem Flüchtlingslager erwartet.

ddp