Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Deutschland / Welt Grüne Ex-Kandidatin: „Neue Zeiten brauchen neue Wege“
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Grüne Ex-Kandidatin: „Neue Zeiten brauchen neue Wege“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:25 17.06.2019
Franziska Schubert war in Görlitz beim ersten Wahlgang für die Grünen angetreten.
Franziska Schubert war in Görlitz beim ersten Wahlgang für die Grünen angetreten. Quelle: Miriam Schönbach/dpa-Zentralbil
Anzeige
Görlitz

Ihr Rückzug war für den Sieg von Octavian Ursu (CDU) entscheidend: Franziska Schubert (37, Grüne) hatte bei der ersten Runde der Görlitzer OBM-Wahl für ein Bürgerbündnis kandidiert, 27,9 Prozent erhalten - und dann zugunsten von Ursu verzichtet. Was es damit auf sich hat und wie sie sich auf die nächsten Landtagswahlen vorbereitet, erzählt sie im Interview.

Wie bewerten Sie den Wahlausgang?

Natürlich bin ich erleichtert. Es ist gut so, wie es gekommen ist. Ich freue mich, dass Görlitz sich mit demokratischer Mehrheit für eine weltoffene Europastadt entschieden hat. Das stärkt die Menschen, die sich für eine gute Zukunft der Stadt einsetzen. Görlitz hat damit die Chance, den begonnenen guten Weg fortzusetzen.

Was heißt das für die Stadt und die Region, möglicherweise auch für Sachsen?

Das Image ist in jedem Fall beschädigt. Schließlich haben 44,9 Prozent für die AfD gestimmt. Unsere europäischen Nachbarn beobachten die Vorgänge in Görlitz sehr genau - es ist ein Signal für ganz Europa. Andererseits ist dieser Ausgang auch eine enorme Motivation: Ich habe die Kraft und Re-Politisierung und auch das „Bock auf besser“ der vergangenen Monate in Görlitz erlebt. Wir fürchten uns nicht - sondern arbeiten zusammen, mit voller Zuversicht.

War es richtig von Ihnen, auch unter Schmerzen zurückzuziehen?

Ja. Ich habe eine wohlüberlegte Entscheidung getroffen und die Menschen daran teilhaben lassen. Ich habe gezeigt, was möglich wäre. Und das ist der Wert des Wahlkampfs: zusammen arbeiten, freundlich und anders. Ich habe das Amt nicht errungen, das ändert aber nichts an meinem Engagement, meiner Haltung, meiner Bereitschaft für Görlitz zu arbeiten - mit all denen, die der Zukunft zugewandt sind und erkennen, dass neue Zeiten neue Wege brauchen.

Bleiben Sie eigentlich dem Landtag treu oder steht ein Wechsel nach Görlitz bevor?

Ich bleibe Görlitz treu, als Abgeordnete. Es war für mich niemals Thema, meinen Rückzug mit einem faulen Kuhhandel zum eigenen Vorteil in Form eines Posten, zu verhandeln. Ich werde mit Görlitz und für Görlitz weiterarbeiten. Denn vor uns liegen große Aufgaben.

Im Landtagswahlkampf werden Sie im Wahlkreis wieder auf Sebastian Wippel von der AfD, aber auch auf Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) treffen. Wie schauen Sie darauf?

Es wird auf jeden Fall wieder sehr spannend. Die CDU kann uns jetzt nicht mehr vorwerfen, wir würden uns verweigern - in Görlitz haben wir gezeigt, dass wir Verantwortung übernehmen können.

Lesen sie auch: Wahl in Görlitz: „Wenn die Leute hoffnungslos wären, wären sie nicht mehr wählen gegangen“

Von Andreas Debski/RND