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Deutschland / Welt Nordkorea testet neue taktische Lenkwaffe
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Nordkorea testet neue taktische Lenkwaffe
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10:28 18.04.2019
Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un hat eine neue Waffe testen lassen. Quelle: -/KCNA/dpa
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Nordkorea hat nach eigenen Angaben eine neuartige taktische Lenkwaffe getestet. Sie habe einen „mächtigen Sprengkopf“ transportieren können, meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Donnerstag. Machthaber Kim Jong Un habe den Vorgang am Vortag von einem Beobachtungsposten aus verfolgt. Die Angaben ließen sich nicht von unabhängiger Seite bestätigen.

Experten rätselten, um welchen Waffentyp es sich genau gehandelt haben könnte. Das Weiße Haus und das Pentagon teilten zunächst nur mit, sie hätten den Bericht aus Nordkorea zur Kenntnis genommen. Den aufsehenerregenden Waffentest werteten Beobachter als mögliche Unmutsbekundung über die stockenden Atomgespräche mit den USA.

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Tests und weitere Flugmanöver eingeleitet

Zuletzt hatte es vermehrt Berichte über neue Aktivitäten an einem nordkoreanischen Raketenforschungszentrum und einer Anlage für Langstreckenraketen gegeben. Dort soll die Führung in Pjöngjang Geschosse bauen lassen, die das US-Festland erreichen könnten. Im November 2018 hatte Kim Staatsmedien zufolge einem erfolgreichen Versuch mit einer „neu entwickelten ultramodernen taktischen Waffe“ beigewohnt.

Den jüngsten Waffentest bezeichnete Machthaber Kim „als ein Ereignis von äußerst gewichtiger Bedeutung für die Steigerung der Kampfkraft der Volksarmee“, wie KCNA meldete. Staatsmedien zufolge leitete er am Mittwoch zudem ein Manöver von Kampfpiloten einer Luftwaffen- und Flugabwehreinheit an, die Pjöngjang bei einer Attacke verteidigen sollen.

Nachrichtenagentur meldet „kuriose“ Flugbahn

Der südkoreanische Ex-Militäroffizier und Analyst Kim Dong Yub sagte, es sei unklar, ob der Norden nur einen erweiterten Test der gleichen Waffe aus dem vergangenen Jahr oder eines völlig anderen Systems unternommen habe. Jüngste nordkoreanische Beschreibungen ließen aber darauf schließen, dass es sich womöglich um einen neu entwickelten Marschflugkörper gehandelt habe. So hatte KCNA etwa gemeldet, die Lenkwaffe habe beim Test eine „kuriose“ Flugbahn genommen.

Beobachter gehen indes davon aus, dass Pjöngjang keinen verbotenen ballistischen Raketentest ausgeführt haben dürfte. Ein solcher Versuch würde die ohnehin stockende Atomdiplomatie zwischen Nordkorea und den USA weiter gefährden. Er wäre „sehr enttäuscht“, wenn er derartige Tests sehen würde, hatte US-Präsident Donald Trump im März gesagt.

Ein zweites Gipfeltreffen von Kim und Trump in Hanoi wurde Ende Februar vorzeitig abgebrochen. Als Knackpunkt galt Washingtons Weigerung, die lähmenden Sanktionen gegen Nordkorea zu lockern, ehe es nicht nachweisbare atomare Abrüstungsschritte unternimmt. Kim lässt indes bisher keine Bereitschaft zur Abkehr vom Nukleararsenal erkennen, das der Führung in Pjöngjang als Faustpfand für ihr politisches Überleben gilt.

Von RND/AP