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Deutschland / Welt Nordkorea schießt umstrittene Rakete ab
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Nordkorea schießt umstrittene Rakete ab
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09:26 05.04.2009
Ungeachtet internationaler Kritik hat Nordkorea seine Rakete gestartet. Quelle: Jung Yeon-Je/afp
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Nach Regierungsangaben aus Tokio überflog die Rakete offenbar japanisches Gebiet, die Raketenstufen seien dann anscheinend ins Meer gestürzt. Nach Angaben einer Sprecherin des Präsidialamtes in Seoul fand der Start "um 11.30 Uhr (04.30 Uhr MESZ) und 15 Sekunden statt".

Unter Berufung auf Regierungskreise in Seoul meldete die Nachrichtenagentur Yonhap, die Rakete habe offenbar einen Satelliten transportiert. Russland bestätigte den Start ebenfalls. Die russische Nachrichtenagentur Interfax zitierte einen Militärvertreter mit den Worten, Radaranlagen der russischen Luftabwehr hätten den Start am Sonntag registriert, scheinbar habe die Rakete einen Satelliten befördert.

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Während Nordkorea darauf beharrt, es handle sich um den Start eines Kommunikationssatelliten, fürchten die USA, Japan und Südkorea, dies sei nur ein Vorwand und es gehe eigentlich um den Test einer Langstreckenrakete. Die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA hatte am Samstag gemeldet, der Kommunikationssatellit solle mit Hilfe der Trägerrakete Unha-2 gestartet werden. Die Unha-2 ist im Westen als Taepodong-2 bekannt, es handelt sich um eine Langstreckenrakete mit theoretischer Reichweite bis zur US-Westküste. 2006 hatte Pjöngjang bereits eine Taepodong-2 getestet, allerdings erfolglos.

Wie der Krisenstab des japanischen Ministerpräsidenten mitteilte, flog die nordkoreanische Rakete "anscheinend" über den Nordteil von Japans Hauptinsel Honshu hinweg, und zwar gegen 11.37 Uhr Ortszeit. Die erste Raketenstufe sei "anscheinend" ins Japanische Meer gestürzt, die zweite dann in den Pazifik.

US-Präsident Barack Obama bezeichnete den Raketenstart als "provokativ" und kündigte an, Washington werde eine Sitzung des UN-Sicherheitsrats beantragen. Außenamtssprecher Fred Lash kündigte "angemessene Schritte" an, um "Nordkorea wissen zu lassen, dass es die Sicherheit anderer Staaten nicht ungestraft bedrohen kann".

Ein Regierungssprecher in Tokio nannte den Start "äußerst bedauerlich" und kündigte den Protest seines Landes gegen Nordkorea an. Der nationale Sicherheitsrat sollte um 07.00 Uhr MESZ einberufen werden. Auch Japan hat wegen des Raketenstarts eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates beantragt. Die USA, Japan und Südkorea sehen den Raketenstart als Verstoß gegen die UN-Resolution 1718, die nach den nordkoreanischen Atom- und Raketentests von 2006 verabschiedet wurde.

afp