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Deutschland / Welt Nordkorea reizt Trump – Atomgespräche mit USA künftig ohne Pompeo
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Nordkorea reizt Trump – Atomgespräche mit USA künftig ohne Pompeo
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22:25 19.04.2019
Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-Un. Quelle: imago images / AFLO
Seoul

Die Regierung Nordkoreas will nicht länger mit US-Außenminister Mike Pompeo über ihr umstrittenes Atomwaffenprogramm verhandeln. Das Außenministerium in Pjöngjang warf Pompeo am Donnerstag vor, die Gespräche zu behindern und die Würde von Machthaber Kim Jong Un verletzt zu haben. Der Minister wies die Forderungen aber zurück. Er sagte in Washington, er werde weiterhin an der Spitze des Verhandlungsteams stehen.

Die ungewöhnlich offene Kritik an Pompeo folgte auf Berichte der nordkoreanischen Staatsmedien, wonach Kim dem Test einer neuartigen taktischen Lenkwaffe beigewohnt habe. Der Kreml teilte indes in Moskau mit, der Präsident Wladimir Putin wolle sich noch in diesem Monat mit Kim in Russland treffen.

Sowohl der Test als auch die Kritik an Pompeo werden auch als Versuch gesehen, den Druck auf die USA zu erhöhen. Zuletzt hatte Kim seinen Unmut wegen der unnachgiebigen Position der US-Regierung bei den Sanktionen gegen Nordkorea geäußert. Ein zweites Gipfeltreffen zwischen Kim und US-Präsident Donald Trump war Ende Februar in Vietnam gescheitert. Beide konnten sich nicht auf zentrale Fragen der atomaren Abrüstung Nordkoreas einigen. Die kommunistische Führung in Pjöngjang verlangte die Aufhebung eines Großteils der Sanktionen - ebenfalls erfolglos.

„Keine ballistische Rakete“

Details zur Waffenart bei dem Test am Mittwoch nannte Nordkorea nicht. Kim würdigte die Entwicklung der Waffe den Berichten zufolge jedoch als Stärkung der „Kampfkraft der Volksarmee“. Die Waffe habe einen „mächtigen Sprengkopf“ transportiert.

Es gab aber keine Hinweise auf den Test einer ballistischen Rakete, der Nordkorea ebenso wie Atomwaffenversuche verboten ist. „Der Test oder der Start, wie immer Sie das beschreiben, war keine ballistische Rakete“, sagte der amtierende US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan vor Journalisten im Pentagon. In Südkorea wurde spekuliert, bei dem jüngsten Waffentest könnte eventuell ein Marschflugkörper oder eine Abwehrrakete kurzer Reichweite getestet worden sein.

Der Militärtechnik-Experte Karl Dewey vom Informationsdienst IHS Jane’s schrieb: „Dass Nordkorea die taktische Natur der Waffe betont, lässt erahnen, dass sich der Test vorrangig an das einheimische Publikum richtet, und eher nicht auf eine Änderung der strategischen Annäherung in den Gesprächen mit den USA hindeutet.“

Pompeo bei weiteren Verhandlungsrunden unerwünscht

Ballistische Raketen sind in der Regel Boden-Boden-Raketen, die einen konventionellen, chemischen, biologischen oder atomaren Sprengkopf befördern können. Neue Tests mit solchen Raketen durch Nordkorea würden als offene Herausforderung Kims an Trump gewertet werden.

Pompeo traf im vergangenen Jahr im Auftrag Trumps mehrfach hochrangige Vertreter Nordkoreas in den USA oder in Pjöngjang, darunter auch Kim Jong Un, um Fortschritte in den Atomgesprächen zu erzielen. Jetzt äußerte Nordkorea Unmut über die Verhandlungsweise des Ministers. Für den Fall einer Wiederaufnahme des Dialogs sei es wünschenswert, Pompeo durch jemanden zu ersetzen, der „vorsichtiger und reifer ist, mit uns zu kommunizieren“, zitierten staatliche Medien den Leiter des Amerika-Büros im nordkoreanischen Außenministerium, Kwon Jong Gun.

US-Außenminister Mike Pompeo mit Kim Jong-Un nach Gesprächen im Mai 2018. Quelle: imago images / Xinhuaimago images / Xinhua

Pompeo erklärte, es werde sich nichts an dem Verhandlungsteam ändern. Er betonte zudem, dass er die nordkoreanischen Positionen nach den Verhandlungen nicht falsch dargestellt habe.

Auf Einladung Putins wird Kim nach Kremlangaben in der zweiten Aprilhälfte in Russland erwartet. Es gab weder Angaben zum Ort noch zum Zeitpunkt des Treffens. Moskau setzt sich für eine Lockerung der Sanktionen gegen Nordkorea im Gegenzug für ein Entgegenkommen Pjöngjangs beim Atomprogramm ein.

Von Dirk Godder/dpa/RND