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Deutschland / Welt Nobelpreis für Obama sorgt für innenpolitischen Streit in den USA
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Nobelpreis für Obama sorgt für innenpolitischen Streit in den USA
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13:28 10.10.2009
US-Präsident Barack Obama wurde mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.
US-Präsident Barack Obama wurde mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Quelle: AFP
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US-Zeitungen wie die „Los Angeles Times“ und die „Washington Post“ bemängelten, dass Erfolge als Voraussetzung für den renommierten Preis fehlten.

Es sei „bedauerlich“, dass die „Star-Qualitäten“ des Präsidenten diejenigen überstrahlt hätten, von denen „wahre Leistungen für Frieden und Menschenrechte“ vollbracht worden seien, erklärte Steele. Obama könne keine Leistung vorweisen, die den Nobelpreis verdient habe. „Eines ist klar: Von den Amerikanern würde Präsident Obama keine Auszeichnung für die Schaffung von Arbeitsplätzen, für das Verantwortungsbewusstsein für den Haushalt oder das Einhalten von Versprechen erhalten“, ergänzte Steele.

„Ich bin nicht sicher, was die internationale Gemeinschaft an ihm am meisten liebt: Sein Geschwafel zu Afghanistan, den Verzicht auf eine Raketenabwehr in Osteuropa, dass er den Freiheitskämpfern in Honduras den Rücken zuwendet, Castro verhätschelt, dass er für die Palästinenser gegenüber Israel Partei ergreift oder dass er beinahe hartnäckig gegenüber dem Iran ist“, kritisierte der republikanische Abgeordnete Gresham Barrett.

In den eigenen Reihen erntete die Entscheidung des Nobel-Komitees durchweg Applaus. Die demokratische Präsidentin des Repräsentantenhauses, Pelosi, erklärte, Obama habe es geschafft, die Welt bei Themen wie Abrüstung und Klimawandel näher zusammenzubringen. Der Vorsitzende des Außenausschusses im Senat, der frühere Präsidentschaftskandidat John Kerry, lobte, dass Obama das Ansehen der USA in der Welt wieder verbessert habe.

Unterschiedlich kommentierten auch US-Zeitungen die Entscheidung. Die „Los Angeles Times“, die Obama im Wahlkampf unterstützte, schrieb, das Nobel-Komitee habe nicht nur Obama in Verlegenheit gebracht sondern auch die Glaubwürdigkeit des Preises verringert. Es sei schwer zu verstehen, weshalb Obama so kurz nach seinem Amtsantritt solch einen Preis verdiene. Die „Washington Post“ kommentierte, der Preis hätte erst dann verliehen werden müssen, wenn Obamas Anstrengungen auch Früchte getragen hätten.

Russlands Präsident Dmitri Medwedew wertete die Auszeichnung als hoffnungsvolles Zeichen für die Weltpolitik. Die Entscheidung sei der Beleg einer „realistischen Vision der Dynamik in der weltweiten Entwicklung“, hieß es in einer am Sonnabend in Moskau veröffentlichten Erklärung. Auch der frühere kubanische Präsident Fidel Castro sprach von einer „positiven Maßnahme“.

Obama war am Freitag für seine Bemühungen um die atomare Abrüstung und die internationale Zusammenarbeit der Friedensnobelpreis zuerkannt worden. Weltweit stieß die überraschende Entscheidung überwiegend auf Zustimmung, Obama selbst reagierte “überrascht“ und betont bescheiden.

AFP

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