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Deutschland / Welt „Neue IRA“ bekennt sich zu Mord an Journalistin
Nachrichten Politik Deutschland / Welt „Neue IRA“ bekennt sich zu Mord an Journalistin
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07:52 23.04.2019
Mitarbeiter der Spurensicherung arbeiten am Tatort, wo die Journalistin bei gewaltsamen Ausschreitungen mit einem Kopfschuss getötet wurde. Quelle: Brian Lawless/PA Wire/dpa
Dublin

Die militante Republikaner-Gruppe „Neue IRA“ hat sich zu dem Mord an der Journalistin Lyra McKee in Nordirland bekannt. In einem in der Zeitung „The Irish News“ am Dienstag veröffentlichten Bekennerschreiben heißt es: „Im Laufe des Angriffs auf den Feind wurde Lyra McKee tragischerweise getötet, während sie neben den feindlichen Kräften stand.“ Man wolle sich bei dem Partner des Opfers, der Familie und ihren Freunden aufrichtig entschuldigen.

Der Brief wurde den Angaben zufolge durch ein anerkanntes Kennwort verifiziert.

Die 29-jährige McKee war am Donnerstagabend bei gewaltsamen Ausschreitungen in der Stadt Londonderry erschossen worden. Sie stand in einer Menschengruppe in der Nähe von Polizeifahrzeugen, als eine Kugel ihren Kopf traf. Die Ermittler gehen von einem Terrorakt aus.

Die „Neue IRA“ hatte sich im März auch zu Paketbomben bekannt, die in London und Glasgow aufgetaucht waren. Sie lehnt das friedensstiftende Karfreitagsabkommen von 1998 ab und strebt ein vereintes Irland an.

Zwei festgenommene Männer wieder auf freiem Fuß

In Tatortnähe am Rande von Londonderry waren vor dem Mord mehr als 50 Brandsätze auf Polizisten geschleudert worden. Fahrzeuge brannten. Zuvor hatten Polizisten in dem Wohnviertel nach Waffen gesucht. Auslöser für die Krawalle soll der jährliche Protest an Ostern im Zusammenhang mit dem Nordirland-Konflikt gewesen sein.

Die neuen Unruhen trugen sich zu einem Zeitpunkt zu, an dem irisch-katholische Nationalisten an den Aufstand gegen die Briten im Jahr 1916 erinnern.

Am Wochenende erst waren zwei nach dem Mord festgenommene junge Männer wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Anschuldigungen gegen sie seien nicht erhoben worden, teilte die zuständige Polizei mit.

Von RND/dpa