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Deutschland / Welt Nato sucht Kooperation mit Moskau
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20:15 18.09.2009
Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen
Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen Quelle: afp
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Das sagte Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen am Freitag. Russland begrüßte den Vorschlag für ein gemeinsames Abwehrsystem. Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin lobte US-Präsident Barack Obama für seine „richtige und mutige Entscheidung“. Zugleich äußerte er die Erwartung, dass beide Mächte auch in wirtschaftlichen Fragen künftig enger zusammenarbeiten sollten.

Die Nato und Russland sollten zunächst gemeinsam die Sicherheitslage bewerten, sagte Rasmussen in Brüssel. Die Nato arbeite mit Russland bereits an Verteidigungskonzepten gegen Kurz- und Mittelstreckenraketen. Mittelfristig könnten beide Seiten ein gemeinsames Verteidigungssystem errichten. „Wir sollten das Potenzial dafür überprüfen, die Raketenabwehrsysteme der USA, Nato und Russlands zu gegebener Zeit miteinander zu verbinden“, schlug Rasmussen vor.

Der russische Nato-Botschafter Dmitri Rogosin lobte den Vorstoß: „Er ist sehr positiv, sehr konstruktiv.“ Russland werde die Vorschläge für eine neue Ära der Kooperation eingehend überprüfen. Mit dem Stopp der US-Pläne seien auch entsprechende Gegenmaßnahmen vom Tisch. „Wenn es in Polen und Tschechien keine Raketen- und Radaranlagen geben wird, dann müssen wir auch keine Antwort darauf finden“, sagte Rogosin.

Obama hatte am Donnerstag die von Russland scharf kritisierten Pläne seines Vorgängers George W. Bush für einen Raketenschild in Osteuropa gestoppt. Als Grund nannte Obama eine Neubewertung der Bedrohungslage durch den Iran. Statt einer Radaranlage in Tschechien und Raketen in Polen sollen nun moderne Kriegsschiffe vom Mittelmeer und der Nordsee aus für die Sicherheit in Europa sorgen.

Vertreter der Republikaner und der Bush-Regierung wie der ehemalige UN-Botschafter John Bolton kritisierten die Entscheidung und sprachen von einer „schweren Fehleinschätzung“ der Sicherheitslage. „Die Entscheidung ermutigt doch nur Russland und Iran auf Kosten unserer Alliierten in Europa“, sagt John Boehner, Fraktionschef der Republikaner im Repräsentantenhaus. Obamas republikanischer Rivale im Präsidentschaftswahlkampf, John McCain, meinte, man müsse die Verteidigung gegen den Iran stärken und nicht schwächen.

von Andreas Geldner und David Brunnstrom