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Deutschland / Welt Nato startet Offensive gegen Taliban
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20:58 05.10.2009
Quelle: afp
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Afghanische und Nato-Soldaten suchten in dem schwer zugänglichen Bezirk Kamdesch nach 13 bei dem Angriff am Sonnabend entführten Polizisten, sagte am Montag Nuristans Gouverneur Dschamaluddin Badar. Bei Kundus wurden erneut Bundeswehrsoldaten angegriffen.

Badar machte keine Angaben dazu, wie viele internationale und afghanische Soldaten an der Offensive in Nuristan beteiligt waren. Afghanische und Isaf-Truppen hätten Gebiete abgeriegelt, in denen die entführten Polizisten vermutet wurden. Bislang seien keine Schüsse gefallen. Hunderte Aufständische hatten am Sonnabend in der Grenzregion zu Pakistan zwei Vorposten der Nato und der afghanischen Armee angegriffen, acht US-Soldaten wurden getötet.

Auch die Bundeswehr wurde am Montag erneut zum Ziel eines Angriffs. Wie das Verteidigungsministerium in Berlin mitteilte, wurden deutsche Sicherheitskräfte etwa acht Kilometer westlich des Lagers des Regionalen Wiederaufbauteams (PRT) in Kundus mit Handfeuerwaffen, Raketen und Panzerabwehrwaffen beschlossen. Die Bundeswehr habe das Feuer erwidert und Unterstützung aus der Luft angefordert. Nach bisherigen Erkenntnissen sei kein deutscher Soldat verletzt worden. Ein 24-jähriger Bundeswehrsoldat erlag unterdessen den Folgen eines Selbstmord-Attentats in Afghanistan, das sich am 6. August 2008 ereignet hatte.

Angesichts der anhaltenden Gewalt in Afghanistan wächst in den USA der Widerstand gegen eine mögliche Aufstockung der Truppen. Eine Gruppe von etwa 20 Abgeordneten des linken Parteiflügels der Demokratischen Partei von US-Präsident Barack Obama stellte in Washington einen Gesetzentwurf vor, der „jegliche Aufstockung der US-Truppen in Afghanistan“ verbieten würde, wie es in dem Text heißt. Der afghanische Außenminister Rangin Dadfar Spanta warnte vor einem Rückzug der ausländischen Truppen. Sein Land sei Opfer eines „internationalen Terrorismus“, der Anstieg der Gewalt sei nicht auf einen lokalen Aufstand zurückzuführen.

In Kabul überprüften Mitarbeiter der unabhängigen Wahlkommission (IEC) gut sechs Wochen nach der von Betrugsvorwürfen überschatteten Präsidentenwahl mehr als 3000 Wahlurnen. Die Prüfung von etwa zehn Prozent der Urnen soll etwa zwei Tage dauern, das offizielle Endergebnis der Wahl soll nach Angaben eines ranghohen IEC-Mitglieds jedoch nicht vor Ende kommender Woche verkündet werden. Laut dem vorläufigen Ergebnis gewann Amtsinhaber Hamid Karsai die Wahl am 20. August mit 54,6 Prozent der Stimmen; sein schärfster Herausforderer Abdullah Abdullah kam auf knapp 28 Prozent.

afp