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Deutschland / Welt Attentäter von Halle: Neue Details werden bekannt
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22:00 10.10.2019
Stephan B. landet in Karlsruhe. Der mutmaßliche Halle-Täter war auf dem Weg zum Ermittlungsrichter. Quelle: Uli Deck/dpa
Karlsruhe

Gegen den mutmaßlichen rechtsextremistischen Todesschützen von Halle ist Haftbefehl erlassen worden. Er landete mit einem Hubschrauber in Karlsruhe, wie ein dpa-Fotograf am späten Nachmittag beobachtete. Die Bundesanwaltschaft wirft dem dringend Tatverdächtigen zweifachen Mord und versuchten Mord in neun Fällen vor.

Nach Angaben von Generalbundesanwalt Peter Frank hat der Tatverdächtige bei der Tat vier Schusswaffen mit sich geführt. Es sei zumindest eine vollautomatische Schusswaffe dabei gewesen, zudem habe er mehrere Sprengsätze im Auto gehabt, als er zu der Synagoge in Halle gefahren sei, teilte die Bundesanwaltschaft am Donnerstagabend in Karlsruhe mit. „Der Beschuldigte wollte sich zu dem Gotteshaus Zutritt verschaffen und möglichst viele Personen jüdischen Glaubens töten“, hieß es. Zu diesem Zeitpunkt hätten sich in der Synagoge 51 Gläubige zur Feier des höchsten jüdischen Feiertags Jom Kippur aufgehalten.

Einen Tag nach dem mutmaßlich rechtsextremistischen Anschlag in Halle sind Trauer und Entsetzen groß. Hunderte Menschen trafen sich in Halle, um der Opfer zu gedenken. Auch Spitzenpolitiker schlossen sich den trauernden Hallensern an - so zum Beispiel Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Innenminister Horst Seehofer.

Täter soll aus Frust über die versperrte Tür der Synagoge zum Döner-Imbiss gefahren sein

Nachdem es ihm nicht gelang, die Tür der Synagoge aufzuschießen, erschoss er eine „zufällig vorbeikommende Passantin“ mit der vollautomatische Schusswaffe. Weiter heißt es in der Mitteilung, der Täter habe aus Frust über sein Scheitern an der Tür der Synagoge den Entschluss gefasst, „Mitbürgerinnen und Mitbürger mit Migrationshintergrund zu töten“. Daraufhin sei er zu dem Döner-Imbiss gefahren und habe einen Mann erschossen.

Die Bundesanwaltschaft will sich in den weiteren Ermittlungen „insbesondere auch mit der Frage befassen, ob Personen in die Vorbereitung oder Durchführung des Anschlags eingebunden waren oder im Vorfeld Kenntnis hiervon hatten“. Bisher fehlten „zureichende tatsächliche Anhaltspunkte“ dafür, dass der Beschuldigte an eine rechtsterroristische Vereinigung angebunden gewesen sei oder ein sonstiger Zusammenhang mit einer solchen Vereinigung bestehe.

Tatverdächtiger von Halle auf dem Weg zum Ermittlungsrichter

Es sei noch unklar, ob der Beschuldigte die Waffen und Sprengsätze selbst hergestellt oder sich auf andere Weise verschafft habe.

Der 27-jährige Stephan B. war am Mittwoch festgenommen worden. Er hatte versucht, die Synagoge in Halle mit Waffengewalt zu stürmen. Nachdem es ihm nicht gelungen war, in das Gotteshaus einzudringen, soll er vor der Synagoge und anschließend in einem nahen Döner-Imbiss zwei Menschen erschossen haben.

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