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Deutschland / Welt Mehr als 60 Tote bei Anschlagserie im Irak
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13:44 21.05.2009
bagdad Terror anschläge
Ein Mann aus Bagdad beweint einen getöteten Verwandten. Quelle: Qassem Zein/afp
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Am Donnerstag wurde die irakische Hauptstadt von zwei weiteren Anschlägen mit mindestens 15 Todesopfern erschüttert, während in Kirkuk im Norden des Landes acht Angehörige einer sunnitischen Miliz ums Leben kamen.

Wie ein Vertreter des irakischen Innenministeriums mitteilte, explodierte am Abend ein mit Sprengstoff präpariertes Fahrzeug in einem überwiegend von Schiiten bewohnten Stadtteil, in dem die Menschen gerade einkauften oder zu Abend aßen. Das Fahrzeug war den Angaben zufolge vor einem Restaurant und dem Stand eines Eisverkäufers im Viertel Schula im Nordwesten Bagdads abgestellt. Bei dem Anschlag wurden 40 Menschen getötet und 83 weitere verletzt.

Am Donnerstag sprengte sich ein Selbstmordattentäter auf einem belebten Markt in Dora im Süden der irakischen Hauptstadt in die Luft. Nach Angaben von Vertretern des Innen- und Verteidigungsministeriums tötete er mindestens zwölf Menschen, 25 weitere wurden verletzt. Ziel des Attentats war demnach eine Patrouille der US-Armee. Nach Angaben irakischer Sicherheitskräfte waren auch US-Soldaten unter den Toten, ein US-Armeesprecher konnte zunächst keine Angaben über mögliche Opfer machen.

Bei einem Anschlag auf eine Polizeiwache in dem überwiegend von Sunniten bewohnten Stadtteil Jarmuk kamen mindestens drei Polizisten ums Leben. 20 weitere Menschen wurden verletzt, als eine Bombe in einem Mülleimer in der Polizeiwache hochging.

Bei einem Selbstmordanschlag in Kirkuk im Norden des Landes kamen mindestens acht Menschen ums Leben, vier weitere wurden verletzt. Wie ein Polizeivertreter sagte, gehörten alle Opfer den sunnitischen Sahwa-Milizen an, die im Kampf gegen das Terrornetzwerk El Kaida mit den US-Truppen und der irakischen Regierung zusammenarbeiten. Der in eine Sahwa-Uniform gekleidete Attentäter hatte sich demnach am Morgen inmitten von Milizionären in die Luft gesprengt, die auf ihren Sold warteten.

Die Sahwa-Milizen bestehen überwiegend aus früheren sunnitischen Aufständischen. Sie trugen in den vergangenen beiden Jahren maßgeblich zum Rückgang der Gewalttaten bei, sind aber immer wieder auch selbst Ziel von Anschlägen. El Kaida betrachtet die Milizionäre als Verräter.

Nach mehreren Monaten relativer Ruhe hatte die Gewalt in Bagdad in den vergangenen Wochen wieder zugenommen; vor allem Übergriffe gegen die schiitische Bevölkerungsmehrheit nahmen zu. Mit 355 Anschlagstoten war der April nach Behördenangaben der blutigste Monat seit vergangenem September.

afp