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Deutschland / Welt Vertwittert? Linken-Politiker spottet über Amthor – und wird an seine Stasi-Jugend erinnert
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Vertwittert? Linken-Politiker spottet über Amthor – und wird an seine Stasi-Jugend erinnert
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20:30 25.05.2019
Der Abgeordnete Thomas Nord (Linke) hat auf Twitter mit einem Post zum Rezo-Video eine Welle der Empörung ausgelöst. Quelle: Jörg Carstensen/dpa
Berlin

Der Streit um den YouTuber Rezo („Die Zerstörung der CDU“) zieht immer weitere Kreise. Der Linken-Bundestagsabgeordnete Thomas Nord hat sich nun in die Auseinandersetzung zwischen dem 26-Jährigen und der Regierungspartei eingemischt – und damit eine Welle der Empörung ausgelöst.

Der Politiker aus Brandenburg postete auf Twitter eine Seite aus dem „Tagesspiegel“, auf dem Rezo und der CDU-Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor nebeneinander abgebildet sind. Beide Männer sind 26 Jahre alt. Amthor hatte im Auftrag seiner Partei eigentlich ein Antwort-Video auf „Die Zerstörung der CDU“ produziert, das aber letztlich nicht veröffentlicht wurde.

Nord schrieb zu dem Foto: „Es gibt Momente, in denen allein durch Bilder völlig klar wird, welche Partei in diesem Land keine Zukunft hat. Philipp Amthor ist erst 26, aber trotzdem klar erkennbar etwa so alt wie Helmut Kohl. 13% für die #CDU bei den U18-Wahlen sind da die absolut richtige Zukunftsprognose.“

Philipp Amthor, der meist einen Anzug trägt, ist bereits häufiger für sein eher jugendliches Aussehen und das nicht immer altergerechte Auftreten angegangen worden. Und auch Nord ließ mit den Worten „... allein durch Bilder ...“ keinen Zweifel, dass er auf das Aussehen seines Bundestagskollegen abhebt und nicht inhaltlich argumentiert. Was die Sache für den 61-Jährigen noch schlimmer macht: Er selbst war genau im Alter von Rezo und Amthor ziemlich engagiert. Allerdings nicht für die Umwelt oder die CDU, sondern für die Staatssicherheit der DDR. Als IM denunzierte Nord Kritiker des damaligen Regimes bei der Stasi. User erinnerten den Linken-Politiker unter seinem Post an diese Tatsache.

Nord verriet beispielsweise während seiner vierjährigen Armeezeit bei der Volksmarine die Fluchtabsichten eines Matrosen. Später gab der gelernte Anlagenmonteur als Jugendklubleiter reihenweise Informationen über Kollegen und Jugendliche weiter. Nach der Wende machte Nord seine Mitarbeit bei der Stasi selbst bekannt. Er habe aus politischer Überzeugung gehandelt, erklärte er damals.

Der Linken-Politiker zeigt sich auch nach Kritik seiner Follower eher uneinsichtig

Auf die Kritik von anderen Twitter-Nutzern reagierte Nord uneinsichtig: „Was hat Amthor mit den Opfern der SED zu tun. War er in der Ost-CDU?“, schrieb er. Einem Kritiker antwortete er: „Ich habe nicht gegenüber jedermann Respekt, schon gar nicht ,egal welcher Partei’. Respekt muss man sich in der Politik hart erarbeiten. Geschenkt bekommt man sie nicht. Ich weiß ganz genau wovon ich spreche. Gerade meine Vergangenheit und meine Gegenwart haben mich das gelehrt.“

Nur beim Vorwurf, er gebe alleine auf der Basis von Äußerlichkeiten Zukunftsprognosen ab, blitzte bei Nord kurz so etwas wie Einsicht auf: „Diese Kritik muss ich gelten lassen.“ Dann beharrte er aber: „Ich hätte es zwar nicht über jede/n Politiker so geschrieben, aber hier entsteht dieser Eindruck. Ich meinte ausschließlich Herrn Amthor. Den kenne ich nicht nur von Bildern und bei ihm bilden Inhalt und Form eine perfekte Einheit.“

Philipp Amthor war für eine Stellungnahme am Samstag nicht zu erreichen.

Von RND/cb

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