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Deutschland / Welt Lafontaine: Arbeiter sollten Manager einsperren
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Lafontaine: Arbeiter sollten Manager einsperren
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17:28 24.04.2009
Der Parteivorsitzende der Linkspartei, Oskar Lafontaine. Quelle: Wieck/ddp
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"Wenn die französischen Arbeiter sauer sind, dann sperren sie Manager mal ein. Ich würde mir das hier auch mal wünschen, damit die mal merken, dass da Zorn ist, dass da Menschen um ihre Existenz fürchten", sagte Lafontaine im WDR-Hörfunk.

SPD-Präsidentschaftskandidatin Gesine Schwan verteidigte unterdessen ihre Warnung vor sozialen Unruhen als Folge der Finanzkrise. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und SPD-Fraktionschef Peter Struck wiesen dies zurück.

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"Wir müssen verhindern, dass die von vielen empfundene Enttäuschung zu einer explosiven Stimmung führen könnte", sagte Schwan "Focus Online". Sie rechne zwar nicht mit brennenden Barrikaden. "Wir haben aber in der gegenwärtigen Krise die Verantwortung, weder zu dramatisieren oder gar Ängste zu schüren, noch die Realität auszublenden." Immer mehr Menschen seien über Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft verärgert.

Merkel hält dagegen die von Schwan und auch von DGB-Chef Michael Sommer geäußerten Warnungen für unberechtigt, wie Regierungssprecher Ulrich Wilhelm sagte. Deutschland sei ein leistungsfähiger Sozialstaat und die Menschen hätten sich bisher "sehr besonnen verhalten". Die Bundeskanzlerin sei der Ansicht, "dass niemand einen Beitrag leisten sollte, in dieser Diskussion die Menschen zu verunsichern".

Auch innerhalb ihrer eigenen Partei erntete Schwan Kritik. Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) habe schon am Donnerstag deutlich gemacht, "dass er davor warnt, sozusagen die Folgen einer Entwicklung, die wir nicht genau kennen, zum jetzigen Zeitpunkt zu dramatisieren", bekräftigte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin.

SPD-Fraktionschef Peter Struck sagte der "Rheinischen Post": "Es ist nicht gut, wenn wir davon reden, dass hier Unruhen ausbrechen könnten wie in Frankreich oder anderswo." Dies untergrabe die Bemühungen der Bundesregierung, die ja gerade alles tue, um die tiefe Krise für die Menschen abzumildern.

FDP-Vize Rainer Brüderle nannte die Warnungen von Schwan und Sommer dagegen unverantwortlich. Das Beschwören von Unruhen könnte die Menschen verängstigen. Grünen-Fraktionschef Fritz Kuhn zeigte Verständnis für die Warnungen: "Es gibt ein tiefes Gefühl großer Ungerechtigkeit im Land. Daran ist die Regierung nicht unschuldig."

afp