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Deutschland / Welt „Werden alles tun”: Kurden wollen Feuerpause akzeptieren
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10:56 18.10.2019
Syrien, Tell Tamer: Syrische Soldaten in dem Ort Tell Tamer. Quelle: -/XinHua/dpa
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Damaskus

Die kurdischen Kämpfer im Nordosten Syriens sind bereit, die zwischen den USA und der Türkei ausgehandelte Feuerpause zu akzeptieren. „Wir werden alles tun, damit die Waffenruhe ein Erfolg wird“, sagte der Kommandant der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), Maslum Abdi, am Donnerstagabend dem kurdischen Fernsehsender Ronahi TV.

Die Vereinbarung beinhalte auch die Rückkehr von Vertriebenen in ihre Häuser und schließe demografische Veränderungen in der Gegend aus, sagte Abdi in einem Telefoninterview. Sie gelte für das Gebiet zwischen den Städten Ras al-Ain und Tall Abjad. Das scheint im Widerspruch zur Forderung der Türkei zu stehen. Sie pochen darauf, dass die Zone, aus der kurdische Kämpfer entfernt werden müssten, sich über die gesamte Länge vom Euphrat zum Irak erstrecken müsse.

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Nach Gesprächen mit US-Vizepräsident Mike Pence hatte die Türkei am Abend überraschend mitgeteilt, ihren Militäreinsatz im Nordosten Syriens fünf Tage lang zu stoppen. Die Feuerpause solle den Kurden einen Rückzug aus dem Gebiet an der Grenze zur Türkei ermöglichen, sagte er am Donnerstag nach mehr als vierstündigen Verhandlungen mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan in Ankara.

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Mit der Vereinbarung erhält die Türkei im Wesentlichen, was sie mit ihrer Invasion erreichen wollte: Dass die kurdischen Kämpfer die Grenzregion verlassen. Nach dem vollständigen Abzug der Kurdenmilizen solle die Offensive ganz beendet werden.

US-Kreise: Türken dürfen Zone besetzen

Pence sagte, es werde „eine Pause der militärischen Operationen für 120 Stunden“ geben, und die USA und die Türkei hätten sich gemeinsam zu einer „friedlichen Lösung und Zukunft der sicheren Zone“ verpflichtet. Die Türkei sagte einen dauerhaften Waffenstillstand nach einem Rückzug der kurdischen Kämpfer aus dem Gebiet zu, ist aber nicht verpflichtet, ihre Truppen abzuziehen. Dies komme einer Erlaubnis für die Türkei, die Zone zu besetzen, gleich, war aus US-Staatskreisen zu hören.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu sagte, die USA hätten die „Wichtigkeit und Funktion“ einer „sicheren Zone“ akzeptiert und die türkischen Streitkräfte würden der Vereinbarung zufolge die Kontrolle über eine solche Zone haben. Die Türkei habe einer „Pause“ bei den Kämpfen zugestimmt. Er wies den Ausdruck Waffenruhe zurück und sagte, eine solche könne nur zwischen „zwei legitimen Seiten“ vereinbart werden.

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„Wir werden unsere Operation nur anhalten, nachdem die terroristischen Elemente fortgehen“, sagte Cavusoglu. „Die Pause bedeutet nicht, dass unsere Soldaten und unsere Kräfte sich zurückziehen werden. Wir bleiben dort und werden weiterhin dort bleiben.“

Für die USA waren die Kurdenkämpfer lange Verbündete im Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS). Der türkische Einsatz war international auf scharfe Kritik gestoßen. Vor dem Start der Offensive hatte US-Präsident Donald Trump einen US-Truppenabzug aus dem Grenzgebiet angeordnet und faktisch den Weg für die Offensive freigemacht.

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RND/dpa/ka