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Deutschland / Welt Kreml-treuer Amtsinhaber siegt in Sotschi
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13:28 27.04.2009
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Nach Auszählung von vier Fünftel aller Stimmen lag Pachomow am Montag mit 77 Prozent in Führung, wie ein Vertreter der Wahlkommission sagte. Sein Konkurrent Boris Nemzow wollte gegen Unregelmäßigkeiten bei der Wahl juristisch vorgehen.

Nach den vorläufigen Angaben der Wahlkommission erhielt der ehemalige stellvertretende Ministerpräsident und bekannte Kreml-Kritiker Nemzow 13,5 Prozent der Stimmen. Der kommunistische Kandidat Juri Dsaganija kam auf sieben Prozent. Die Wahlbeteiligung war mit etwa 38 Prozent niedrig.

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Der Urnengang in der Schwarzmeer-Stadt Sotschi galt als Demokratie-Test, nachdem Russlands Präsident Dmitri Medwedew sich zu einem echten Wettbewerb zwischen den Parteien bekannt hatte. Anfangs gab es noch 20 Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters, darunter ein Porno-Star, eine Tänzerin und ein ehemaliger KGB-Agent. Doch die meisten schieden im Lauf des Wahlkampfs aus. Mehrere Oppositionskandidaten klagten über erhebliche Behinderungen ihres Wahlkampfs. Der unterlegene Nemzow kündigte nach Bekanntwerden der Teilergebnisse juristische Schritte gegen Unregelmäßigkeiten bei der Wahl an.

Am Rand des Urngengangs wurde ein US-Journalist vorübergehend festgenommen. Keith Gessen, Autor des Magazins „New Yorker“, wurde laut der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti in einem Wahlbüro verhaftet, das er gemeinsam mit Nemzow besuchte. Gessen habe weder einen Presseausweis noch eine Erlaubnis zur Wahl-Berichterstattung bei sich gehabt, erklärte dem Bericht zufolge die örtliche Wahlkommission. Das Büro Nemzows erklärte, der Journalist sei Opfer einer „bürokratischen Verwechslung“ geworden.

Der Wahl wurde auch deshalb große Aufmerksamkeit entgegengebracht, weil Sotschi 2014 die Olympischen Winterspiele ausrichtet. Dem Bürgermeister wird es zukommen, die Vorbereitungen für das sportliche Großereignis zu beaufsichtigen und sicherzustellen, dass die Arbeiten rechtzeitig abgeschlossen werden.

Die Kosten der Spiele werden auf umgerechnet rund neun Milliarden Euro geschätzt. Die Auswahl Sotschis als Olympia-Austragungsort war von Russlands Regierungschef Wladimir Putin gefördert worden. Putin ist Parteichef von Einiges Russland und verbringt in der Region regelmäßig seinen Urlaub.

afp