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Deutschland / Welt Die Bundeswehr kann auch ohne Gorch Fock leben
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20:46 19.12.2018
Fass ohne Boden: Eine Kostenexplosion bei der Sanierung, dazu ein Korruptionsskandal - die „Gorch Fock“ kommt aus den Negativ-Schlagzeilen nicht raus. Quelle: Carsten Rehder/dpa
Kommentar

Das Segelschulschiff der Bundeswehr ist ein Schmuckstück. Stolz sieht so ein Dreimaster mit geblähten Segeln aus. Beeindruckend ist es, wenn die „Gorch Fock“ in einen Hafen einläuft und auf den Rahen, den Querstangen, die Matrosen stehen, aufgereiht wie zu einer Choreographie.

Aber dieses hübsche Teil kostet, und es kostet nicht wenig. 60 Jahre ist das Schiff mittlerweile alt, seit zwei Jahren ist es aus dem Verkehr gezogen für Reparaturen. Geplant waren dafür eigentlich vier Monate. Und geplant waren auch nur Kosten von zehn Millionen Euro. Daraus sind mittlerweile 135 Millionen geworden, mehr als das Zehnfache also.

Derzeit ist Ersatz aus Rumänien im Einsatz

Wenn eine Autoreperatur statt 1000 plötzlich 10.000 Euro kosten würde – es wäre ziemlich klar, was das für das Auto bedeuten würde. Bei der „Gorch Fock“ wird gezögert. Die Verteidigungsministerin erinnert an die große Tradition des Schiffs. Andere schwärmen von dessen Repräsentationscharakter und warnen, es werde Jahre dauern, bis ein Ersatz gebaut sei.

Das stimmt vermutlich. Zur Wahrheit gehört aber auch: Die „Gorch Fock“ ist immer wieder für Jahre ausgefallen, wegen Instandsetzungsarbeiten und zwischendurch auch mal wegen der Untersuchung eines Todesfalls. Auch in diesen Jahren hat es Ausbildungslehrfahrten gegeben – auf anderen Schiffen. Es geht also auch ohne „Gorch Fock“. Derzeit ist ein ähnliches Schiff aus Rumänien im Einsatz.

Lesen Sie auch: Gorch Fock“: Korruptionsverdacht bei Reparatur

Die Marine bewegt sich schon längst nicht mehr mit Segelschiffen fort. Wenn sie es wirklich für nötig hält, ihre Soldaten noch auf dem Modell Windjammer auszubilden, muss sie neu denken – auch über Kooperationen mit anderen Nationen. Tradition und das Festhalten an alten Namen kann nicht der Maßstab sein, wenn es um Millionen geht. Und als Museumsschiff lässt sich die Gorch Fock mit Sicherheit erhalten.

Von Daniela Vates/RND

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