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Deutschland / Welt Bafög-Erhöhung: Und wer ebnet den Weg zur Bildungsrepublik?
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07:32 17.05.2019
Gelingt eine Trendwende beim Bafög? Quelle: Jan Woitas/dpa
Berlin

„Wohlstand für alle“ – das ist der Slogan, den in den Nachkriegsjahren der damalige Wirtschaftsminister Ludwig Erhard für die soziale Marktwirtschaft ausgab. „Wohlstand für alle heißt heute und morgen: Bildung für alle“, sagte Kanzlerin Angela Merkel im Jahr 2008. Damals rief sie die „Bildungsrepublik Deutschland“ aus.

Seitdem hat sich zu wenig getan. Die Bildungsrepublik Deutschland ist zwar vergleichbar mit einem Gebäude, in dem in diesen Tagen viel gearbeitet und gehämmert wird. Es wirkt fast, als wolle sich Bildungsministerin Anja Karliczek nach einem verschlafenen ersten Amtsjahr bekannt machen.

Der Bundestag beschließt eine Bafög-Erhöhung, das Kabinett bringt ein neues Berufsbildungsgesetz auf den Weg, und Karliczek unterschreibt die Vereinbarung zum Digitalpakt Schule.

Kellnern oder studieren?

Unterm Strich geht es aber zu langsam voran. Oft werden nur Reparaturarbeiten geleistet. Die Bafög-Reform steht beispielhaft für den fehlenden Ehrgeiz. Sie ist überfällig. Diejenigen, denen die Eltern das Studium nicht finanzieren können, erhalten einen ordentlichen Zuschlag.

Der ist dringend notwendig, da das Bafög oft verspätet und nicht konsequent genug an die Lebenshaltungskosten angepasst worden ist. Warum gab es für Studenten so oft Nullrunden? Nebenher zu kellnern kann eine wertvolle Lebenserfahrung sein, aber es hält von der eigentlichen Aufgabe ab: dem Studium.

Die Bundesregierung sollte endlich ein Verfahren finden, das automatisch zu einer regelmäßigen Bafög-Erhöhung führt – orientiert an der Entwicklung der Lebenshaltungskosten. Doch dazu hat sich die Koalition nicht durchringen können.

Die nächste Erhöhung? Sie bleibt für Studenten Glückssache. Unklar ist auch, ob die beschlossene Erhöhung der Elternfreibeträge ausreicht, um einen problematischen Trend umzukehren: nämlich den, dass die Zahl der Bafög-Empfänger immer weiter sinkt.

Der grundlegende Fehler im System ist noch lange nicht behoben: Bildung ist zu eng an die soziale Herkunft gekoppelt. Menschen Bildungschancen vorzuenthalten ist nicht nur fahrlässig. Es ist dumm. Vielen Branchen droht ein Fachkräftemangel.

Zu Studienbeginn sind viele Weichen bereits gestellt

Die Bafög-Erhöhung ist ein Schritt zu mehr Bildungsgerechtigkeit. Doch zu Studienbeginn sind viele Weichen bereits gestellt. Die Politik muss so früh wie möglich ansetzen, wenn sie allen gute Chancen ermöglichen will. Das fängt in der Kita an und muss sich bei einer guten Ausstattung von Brennpunktschulen fortsetzen. Der Weg ist noch weit.

Die soziale Marktwirtschaft hatte mit Wirtschaftsminister Ludwig Erhard einen prägenden Kopf. Eine prägende Persönlichkeit für die Bildungsrepublik Deutschland wird noch gesucht.

Lesen Sie auch ein Interview mit dem Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks: „Wir haben ein Untere-Mittelschicht-Problem“

Von Tobias Peter/RND

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