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Deutschland / Welt Klimaschutz: Ziele ersetzen kein Handeln
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Klimaschutz: Ziele ersetzen kein Handeln
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14:26 17.06.2019
Ein Schaufelradbagger arbeitet sich im Tagebau Garzweiler durch das Erdreich. Die Verbrennung fossiler Rohstoffe ist maßgeblicher Treiber der CO2-Emissionen. Quelle: Federico Gambarini/dpa
Berlin

Es ist wieder Klimakonferenz-Zeit. Das merkt man daran, dass jetzt viel von Zielen die Rede ist. Pünktlich zur Zusammenkunft von 3000 Experten und Regierungsvertretern aus aller Welt, die in Bonn den nächsten Weltklimagipfel im Dezember vorbereiten, kursieren nun allerhand Zielmarken: CO2-Tonnen, die eingespart werden sollen, Preise für Emissionszertifikate, Jahreszahlen zur Erreichung von Klimaneutralität.

Man könnte meinen, unter dem Eindruck protestierender Kinder und grüner Wahlerfolge käme jetzt endlich Schwung in die globale Klimapolitik. Aber: Ziele zu formulieren ist noch keine Politik. Auf deren Umsetzung kommt es an.

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Das gilt auch für die Bundesregierung: Sie ist nun auf den von Frankreich geführten Zug jener Staaten aufgesprungen, die bis 2050 klimaneutral sein wollen – die also nicht mehr CO2 ausstoßen möchten als sie binden können. Wie aber dieses Ziel erreicht werden soll, bleibt offen.

Das von vielen Regierungen gefeierte Pariser Klimaabkommen hat jedenfalls noch keine Tonne CO2 eingespart. Noch haben sich die Politiker nämlich nicht über das Wie geeinigt. In der Praxis, so scheint es, verpuffen die vollmundig bekundeten Ambitionen.

Die Politik steuert nicht um

Aller Expertenwarnungen zum Trotz scheut die Politik die Klimawende. Das zeigt die Diskussion in Bonn: Nicht die Vermeidung von Treibhausgasen steht da im Mittelpunkt, sondern deren Kompensation – etwa durch den Handel mit Verschmutzungsrechten, durch Aufforstung oder unterirdische CO2-Speicherung.

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Solche Ideen sind nicht die Lösung; sie verlagern die Probleme in Entwicklungsländer oder unter die Erde. Zudem erwecken sie den Anschein, wohlhabende Gesellschaften könnten weiter konsumieren und wirtschaften wie bisher. So verstärkt die Politik die Klimakrise, die sie vorgibt, zu bekämpfen.

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Von Marina Kormbaki/RND

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