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Deutschland / Welt Gentest-Gegner machen Stimmung auf Kosten erbkranker Eltern
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18:33 15.01.2019
Künstliche Befruchtung im Labor für die PID Quelle: © epd-bild / Jürgen Blume
Berlin

Jens Spahn ist ein Meister des Populismus. Gerade erst machte er Schlagzeilen mit der Ankündigung, künftig selbst an allen Gremien der Krankenversicherung vorbei entscheiden zu wollen, welche Leistungen die gesetzlichen Kassen künftig bezahlen. Den Anfang soll die Fettabsaugung bei krankhaften Fettverteilungsstörungen machen. Nun überrascht Spahn mit einer weiteren Gesetzesänderung, wonach künftig auch die Präimplantationsdiagnostik (PID) von den Kassen übernommen werden soll.

Beides hat allerdings nur auf den ersten Blick miteinander zu tun. Die Methode der Fettabsaugung ist bisher nicht Teil des Leistungskatalogs, weil es noch keine ausreichende wissenschaftliche Bewertung über den längerfristigen Nutzen gibt. Dass die PID vielen Paaren mit schwerer erblicher Vorbelastung erfolgreich helfen kann, ist dagegen unbestritten.

Umstritten ist bei der PID etwas anderes: Kritiker befürchten, dass die Methode den Weg für Designerbabys ebnet. Motto: Groß, blond, blaue Augen gewünscht? Die Gentechnik macht es möglich! Aber: Bei der PID geht es nicht um zusammen gebastelte Wunschkinder aus der Retorte. Hier geht es darum, dass Menschen, die tödliche verlaufende Krankheiten in sich tragen, gesunde Kinder bekommen können.

Absurde Begründung des Sozialgerichtes

Das Schicksal dieser Paare ist schon schwer genug. Auch die künstliche Befruchtung ist eine seelisch belastende Prozedur. Da ist es nur angemessen, wenn die Kassen die PID übernehmen. Faktisch richtig, aber in diesem Zusammenhang absurd ist jedenfalls die Begründung, mit der das Bundessozialgericht 2014 eine Klage auf Kostenübernahme abgelehnt hatte: Mit der PID könne schließlich die Erbkrankheit des Mannes nicht behandelt werden, so die Richter damals.

Spahn liegt diesmal völlig richtig. Man kann nur wünschen, dass er dem Populismus der PID-Gegner widersteht.

Von Timot Szent-Ivanyi/RND

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