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Deutschland / Welt Klischee des „Jammer-Ossis“ bedient – Ost-Beauftragter unter Druck
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Klischee des „Jammer-Ossis“ bedient – Ost-Beauftragter unter Druck
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17:03 10.02.2019
Die Sozialdemokraten verstehen nach Hirtes Darstellung die Menschen in Ostdeutschland nicht. Quelle: Wolfgang Kumm/dpa
Berlin

Der Ost-Beauftragte der Bundesregierung, Christian Hirte, hat der SPD in einem ungewöhnlich scharfen Angriff Versagen bei der Entwicklung Ostdeutschlands vorgeworfen.

„Die SPD hat den falschen Ansatz“, sagte der Christdemokrat der „Thüringer Allgemeinen“. „Es hilft nicht, nur herumzujammern, dass die Ostdeutschen zu kurz gekommen sind und deshalb mehr Geld verteilt werden muss“, erklärte der aus Thüringen stammende Staatssekretär.

„Die Larmoyanz, welche die SPD vor sich herträgt, bestätigt nur das falsche Image des Jammerossis und schadet uns alsattraktiver Standort im Wettbewerb der Regionen.“

Hirte skizziert das Problem der SPD

Die Sozialdemokraten verstehen nach Hirtes Darstellung die Menschen in Ostdeutschland nicht. „Das Problem der SPD im Osten ist: Sie kann nur wenig mit den Themen ländlicher Raum und Landwirtschaft anfangen.“

Lesen Sie das Interview mit Christian Hirte: „Wir sind dem Westen 30 Jahre voraus“

Einer in ihren Spitzen weitgehend akademisierten Partei mit Sozialwissenschaftlern und Gewerkschaftern sei die Lebenswirklichkeit der dort lebenden Menschen fremd.

Dulig spricht von fehlendem Respekt vor der Lebenleistung

Sachsens SPD-Chef Martin Dulig kritisierte Hirte wegen seiner Äußerungen. Es sei dessen Funktion unwürdig, dass er das alte Klischee des „Jammer-Ossis“ bediene, sagte Dulig der Politiker laut Mitteilung vom Sonntag in Dresden.

Das offenbare fehlendes Wissen und Respekt vor Lebensleistung und -situation der Menschen im Osten. Die Grundrente sei eine Anerkennung von Lebensleistung und die Forderung danach kein „Herumjammern“, wie Hirte es nenne.

Laut Dulig herrscht in der Bundespolitik zu häufig ein „Westblick“. So fehlten dem Osten die Firmenzentralen, die ihren Sitz nach dem Zweiten Weltkrieg in den Westen verlegt haben. „Spezifische ostdeutsche Bedingungen und Bedürfnisse werden oft zu wenig mitgedacht.“ Andere SPD-Politiker hatten Hirte aufgrund der Aussagen Amtsmissbrauch vorgeworfen.

Lesen Sie auch: Bartsch will mehr Ostdeutsche auf Führungsposten

Von RND/dpa/ngo

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