Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Deutschland / Welt KSK-Soldaten fassen mutmaßlichen Anschlagsplaner in Afghanistan
Nachrichten Politik Deutschland / Welt KSK-Soldaten fassen mutmaßlichen Anschlagsplaner in Afghanistan
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:32 07.05.2009
Bei dem Einsatz wurde ein deutscher Soldat verletzt.
Bei dem Einsatz wurde ein deutscher Soldat verletzt. Quelle: Michael Kappeler/ddp
Anzeige

Abdul Razeq wurde am Donnerstag nahe Faisabad von deutschen Spezialkräften und afghanischen Sicherheitskräften festgenommen, wie das Verteidigungsministerium in Berlin mitteilte. Nahe Kundus wurde erneut eine Bundeswehr-Patrouille angriffen, die Soldaten blieben unverletzt.

Razeq wurde in unwegsamem gebirgigen Gelände rund 60 Kilometer von Faisabad entfernt gefasst, wie das Verteidigungsministerium weiter mitteilte. Er sei verantwortlich für einen Anschlag auf eine deutsche Patrouille am 26. Juni vergangenen Jahres, bei dem ein deutsches Fahrzeug beschädigt, aber kein Soldat verletzt wurde. Außerdem soll Razeq hinter Anschlagsplanungen mit Sprengfallen gegen die NATO-Truppe ISAF im Juli 2008 sowie einem Anschlag auf den Konvoi des Provinzgouverneurs von Badakschan im November 2008 stecken. Razeq sollte unverzüglich der Staatsanwaltschaft des afghanischen Inlandsgeheimdienstes in Kabul überstellt werden.

Bei dem Einsatz wurde laut Ministerium ein deutscher Soldat verletzt. Er werde im Regionalen Wiederaufbauteam (PRT) Faisabad behandelt, sein Zustand sei stabil. Die KSK-Kräfte werden unter dem ISAF-Mandat eingesetzt. Bis Ende vergangenen Jahres konnten bis zu hundert KSK-Soldaten für den US-geführten Anti-Terror-Einsatz Enduring Freedom (OEF) in Afghanistan stationiert werden. Im neuen OEF-Mandat, das im November vergangenen Jahres vom Bundestag verabschiedet wurde, ist dies nicht mehr vorgesehen.

Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) erklärte, mit dem erfolgreichen Einsatz gegen Razeq hätten die deutschen Spezialkräfte ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt. „Jeder, der unsere Soldaten und die unserer Alliierten in Afghanistan angreift, muss wissen, dass er bekämpft und zur Verantwortung gezogen wird“, fügte er hinzu.

„Spiegel Online“ hatte zuvor berichtet, dass der Festnahme durch die KSK eine dramatische Verfolgungsjagd im afghanischen Hochgebirge vorausgegangen sei. Razeq wurde demnach seit Monaten von den Spezialkräften der Bundeswehr beobachtet und sollte ursprünglich in der Nacht zum Donnerstag in seinem Haus festgenommen werden.

Beobachtungsposten seiner Kämpfer hätten aber offenbar die anfliegenden Hubschrauber der Bundeswehr bemerkt, so dass Razeq zunächst flüchten konnte. Laut „Spiegel Online“ handelt es sich bei ihm um einen ranghohen Taliban-Anführer, dem enge Verbindungen zu den Taliban im Nachbarland Pakistan und zur Drogenkriminalität nachgesagt werden.

In der Nähe vom nordafghanischen Kundus wurde am Donnerstag erneut eine Patrouille des Regionalen Wiederaufbauteams (PRT) der Bundeswehr angegriffen. Wie das Einsatzführungskommando der Bundeswehr bei Potsdam mitteilte, wurde sie mit Handfeuerwaffen und Raketenwerfern beschossen. Deutsche Soldaten seien nicht verletzt worden. Die Patrouille erwiderte den Angaben zufolge das Feuer und setzte den Angreifern nach. Dabei sei die Patrouille erneut aus unbekannter Richtung beschossen worden, ohne dass Bundeswehrsoldaten verwundet worden seien. Über Verluste auf Seiten der Angreifer lagen zunächst keine Informationen vor.

afp