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Deutschland / Welt Jeder fünfte Jugendliche in Niedersachsen trägt zeitweise Messer – Bundesrat prüft Verbote
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Jeder fünfte Jugendliche in Niedersachsen trägt zeitweise Messer – Bundesrat prüft Verbote
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19:32 17.05.2019
Messer mit einer Klingenlänge über sechs Zentimeter und Faustmesser liegen bei einem Pressetermin der Bundespolizei auf einem Tisch. Quelle: Malte Christians/dpa
Berlin

Der Bundesrat prüft ein komplettes Messerverbot an vielen öffentlichen Orten. „Niemand braucht ein Messer im Umfeld von Schulen, im Bus oder am Bahnhof“, sagte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Freitag in Berlin. Sein Bundesland hatte den Vorschlag gemeinsam mit Bremen in die Länderkammer eingebracht. „Nur wer ein Messer bei sich trägt, kann es im Zweifel auch gegen andere einsetzen. Diese Möglichkeit wollen wir einschränken.“

Von den Polizeigewerkschaften kam ein gemischtes Echo. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) forderte eine rasche Umsetzung der Initiative. „Wir können zwar schon jetzt Waffenverbotszonen einrichten, aber immer nur im Zusammenhang mit Kriminalitätsschwerpunkten und entsprechenden Prognosen zu einem vermehrten Messereinsatz“, sagte der GdP-Bundesvorsitzende Oliver Malchow. „Wir möchten die Zonen generell auf Plätze ausweiten, an denen sich viele Menschen aufhalten.“

Niedersächsische Neuntklässler befragt

Der Soziologin Marie Christine Bergmann vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen zufolge gab jeder fünfte Jugendliche 2017 an, gelegentlich eine Klinge dabei zu haben, berichtet sie in der aktuellen Ausgabe des „Spiegel“.

Jungen würden deutlich häufiger als Mädchen über mitgeführte Messer berichten und „deutsche etwas mehr als ausländische Schüler“. Ihr Team befragt seit 2013 jedes Jahr 10.000 niedersächsische Neuntklässler nach mitgeführten Waffen.

Als Gegenmaßnahme plädiert Bergmann in dem Magazin für Prävention. Da ein Risikofaktor für die Bewaffnung sei, wenn Jugendliche zu Hause Gewalt erlebten, sollte in den Elternhäusern angesetzt werden. Auch über daheim erlebte Prügel berichteten mehr Schüler als zuvor.

Lesen Sie auch: Schutz vor Messerattacken: Koalition unterstützt Waffen-Verbotszonen

Öffentliche Messerverbotszonen beurteilt die Forscherin zwiespältig. Zwar sei es positiv, wenn durch angekündigte Kontrollen weniger Messer mitgeführt würden. Sie sei aber skeptisch, ob Verbote das Sicherheitsgefühl der Bürger steigerten oder, im Gegenteil, senkten. „Bereits die derzeitige Verbotsdiskussion“, sagt Bergmann, „schürt das Vorurteil, jeder laufe mit einem Messer durch die Gegend.“

Von RND/dpa/ngo

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