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Deutschland / Welt Irans Präsident Ahmadinedschad bewirbt sich um zweite Amtszeit
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20:24 08.05.2009
Mahmud Ahmadinedschad
Mahmud Ahmadinedschad bewirbt sich um eine zweite Amtszeit. Quelle: Atta Kenare/afp
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Ahmadinedschads schärfster Konkurrent bei dem Urnengang am 12. Juni dürfte der gemäßigt konservative Ex-Regierungschef Mir Hossein Mussawi sein.

Ahmadinedschad gab seine Bewerbung persönlich im Innenministerium ab. Nach seinen Chancen auf eine Wiederwahl befragt, antwortete der 52-Jährige der Nachrichtenagentur AFP, er denke nur daran, „Diener des Volkes“ zu sein. Bei einer allgemeinen Wahl sei das Ergebnis „immer gut und überraschend“ und er sei „guter Hoffnung“. Ahmadinedschad genießt die Unterstützung der konservativen Führung, der oberste geistliche Führer Ayatollah Ali Chamenei sprach sich in den vergangenen Monaten mehrfach zu seinen Gunsten aus.

Ahmadinedschads schärfster Rivale dürfte Ex-Ministerpräsident Mussawi sein, der von Teilen des reformorientierten Lagers unterstützt wird. Es wurde erwartet, dass Mussawi seine Kandidatur am Samstag, dem letzten Tag der Anmeldefrist, einreicht. Weitere einflussreiche Kandidaten sind der reformorientierte Ex-Parlamentspräsident Mehdi Karubi sowie der konservative ehemalige Kommandeur der Revolutionsgarden, Mohsen Resai.

Geprüft werden die Bewerber vom Wächterrat, der seine Entscheidung am 20. und 21. Mai bekanntgibt. Der offizielle Wahlkampf dauert vom 22. Mai bis zum 10. Juni. Laut iranischer Verfassung müssen Präsidentschaftskandidaten sowohl einen politischen als auch einen religiösen Hintergrund haben, iranische Staatsbürger sein und an die Prinzipien der Islamischen Republik sowie der Staatsreligion, dem schiitischen Islam, angehören. Offenbar ermutigt durch eine Ankündigung des Wächterrats, dass auch Frauen antreten dürften, waren unter den ersten Iranern, die sich am Dienstag registrieren ließen, auch mehrere Frauen.

Ahmadinedschad war 2005 überraschend zum Staatschef gewählt worden. Der Politiker, der sich gern als Mann des Volkes präsentiert, steht bei Reformern, aber auch in konservativen Kreisen vor allem wegen seiner verschwenderischen Wirtschaftspolitik in der Kritik. Ihm wird vorgeworfen, die Inflation geschürt und in den vergangenen zwei Jahren die unerwartet hohen staatlichen Einnahmen durch den hohen Ölpreis verschleudert zu haben. International ging Ahmadinedschad mit seiner Atompolitik sowie mit harschen Äußerungen über Israel auf Konfrontationskurs. Trotzdem bot US-Präsident Barack Obama Teheran einen Dialog an.

Vorhersagen über den Wahlausgang sind mangels Umfragen schwierig. Die vergangenen drei Präsidenten wurden jedoch alle für eine zweite Amtszeit wiedergewählt.

afp