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Deutschland / Welt Irans Opposition ist wieder da
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22:03 17.07.2009
Die Protestbewegung rund um Mussawi formiert sich neu.
Die Protestbewegung rund um Mussawi formiert sich neu. Quelle: Poya Porhedari/afp
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Erstmals seit der umstrittenen Präsidentenwahl vom 12. Juni leitete der einflussreiche frühere Staatschef Haschemi Rafsandschani das Freitagsgebet. Er kritisierte die Regierung ungewöhnlich scharf. Tausende Anhänger von Oppositionsführer Mir Hossein Mussawi demonstrierten vor der Universität. Die Bereitschaftspolizei und die besonders gefürchtete Bassidsch-Miliz setzten Tränengas ein. Die Demonstranten riefen „Tod dem Diktator“ und forderten den Rücktritt von Präsident Mahmud Ahmadinedschad.

Viele junge Demonstranten trugen grüne Tücher – die Farbe von Mussawis Bewegung. In der Teheraner Universität kam der Protest sogar von der Kanzel: Rafsandschani forderte vor Zehntausenden Anhängern die Freilassung inhaftierter Oppositioneller. Er rief in seiner Predigt die Iraner zur Einheit auf.

Gleichwohl war die Rede eine klare Herausforderung an den geistlichen Führer Ayatollah Ali Chamenei, der die offiziellen Ergebnisse der Präsidentenwahl und damit den Sieg von Amtsinhaber Ahmadinedschad bestätigt hatte. Es gebe Zweifel an den Ergebnissen, betonte Rafsandschani: „Es gibt einen beträchtlichen Anteil intelligenter Leute, die ihre Zweifel äußern. Wir müssen etwas unternehmen, um diese Zweifel auszuräumen.“

Rafsandschani warnte in seiner von Rundfunk und Fernsehen übertragenen Rede vor einer „Krise“. Rafsandschani hatte Tränen in den Augen, als er sagte, wie sehr der islamische Prophet Mohammed die Rechte des Volkes geachtet habe. Die Islamische Republik müsse auf ihr Volk hören: „Wo die Menschen nicht vertreten werden oder ihre Stimme nicht beachtet wird, ist die Regierung nicht islamisch“.

Fundamentalisten unterbrachen Rafsandschanis Rede mit den üblichen Rufen „Tod Amerika“, Oppositionelle antworteten indessen mit den Rufen „Tod Russland“, „Tod China“. Die beiden Länder unterstützen Ahmadinedschad.