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Deutschland / Welt Dieser deutsche CSU-Politiker ist ein wahrer „Europa-Freak“
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Dieser deutsche CSU-Politiker ist ein wahrer „Europa-Freak“
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08:00 18.05.2019
Bernd Posselt (CSU) nimmt seit Jahren an Sitzungen des Europa-Parlaments teil, obwohl er nicht mehr Abgeordneter ist. Quelle: dpa
Brüssel

Bernd Posselt saß 20 Jahre lang im Europa-Parlament. 2014 flog er raus, machte aber weiter seine Arbeit in Straßburg, als wäre nichts geschehen. Jetzt bewirbt sich der 62 Jahre alte CSU-Politiker wieder um ein Mandat im Europa-Parlament.

Herr Posselt, Sie sitzen seit fünf Jahren nicht mehr im Europa-Parlament, haben aber seither an jeder Sitzung als Gast teilgenommen.

Nicht als Gast, sondern als ehemaliger Abgeordneter. Das ist ein spezieller Status. Ich habe einen Hausausweis und teile mir mit anderen Ex-Abgeordneten ein Büro. Stimmrecht habe ich allerdings nicht.

Aber Sie waren bei jeder Sitzung dabei?

Ich war seit 1979 bei jeder Straßburger Plenarwoche des Europa-Parlaments dabei – zuerst als Assistent des großen Europäers Otto von Habsburg, dann als Journalist, dann 20 Jahre als Abgeordneter und schließlich fünf Jahre lang als Ex-Abgeordneter.

Stört es Sie, wenn ich Sie einen Europa-Freak nenne?

Überhaupt nicht. Ich bin selbstverständlich ein Europa-Freak. Ich engagiere mich seit meinem 16. Lebensjahr ehrenamtlich und hauptamtlich für die europäische Einigung. Das tun übrigens Millionen anderer Menschen auch.

Warum machen Sie das? Was fasziniert Sie so an Europa?

Das hängt mit meiner Herkunft zusammen. Meine Mutter stammt aus der Steiermark und hat Wurzeln in Slowenien. Mein Vater stammte aus Böhmen, er war Sudetendeutscher. Meine Eltern haben mich anti-nationalistisch erzogen. Obwohl unsere Familie vertrieben wurde, habe ich niemals auch nur ein einziges böses Wort gegen die Tschechen oder die Jugoslawen, wie es damals noch hieß, gehört. Ich habe aber viele scharfe Worte gegen den Nationalismus, auch den deutschen, gehört. Meine Eltern haben gesagt: Der Nationalismus hat unsere Familien entwurzelt. Ihr Kinder habt die Aufgabe, gegen den Nationalismus zu kämpfen und für die europäische Einigung einzutreten. Damals habe ich Feuer gefangen. Und seither reise ich durch Europa und versuche, zur Völkerverständigung beizutragen. Ich bin sozusagen ein Handlungsreisender in Sachen Völkerverständigung.

Haben Sie eigentlich keine anderen Hobbys?

Europa ist für mich kein Hobby, sondern ein Lebensinhalt. Und ich kann Sie beruhigen. Ich habe Hobbys. Ich lese. Ich schreibe Bücher. Ich reise viel. Ich esse sehr gerne, was man mir auch ansieht.

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Sind Sie zufrieden damit, wie sich Europa in den letzten fünf Jahren entwickelt hat?

Die EU ist in ihrem Inneren bedroht von Kräften, die verharmlosend Populisten genannt werden. Populisten sind Leute, die dumm daher schwätzen, aber nichts leisten. Ich nenne diese Leute lieber Extremisten, die nicht über den nationalen Tellerrand hinausblicken können. Und auch von außen ist die EU bedroht: durch die America-First-Politik des Herrn Trump, durch einen Putin, der im 21. Jahrhundert europäische Länder überfällt, durch China, das mit seinem Seidenstraßen-Projekt nach Dominanz strebt. Ich finde, dass es die Pflicht eines jeden Europäers ist, sich für die europäische Einigung zu engagieren.

Sind Sie enttäuscht, dass Sie von der CSU nur auf den siebten Listenplatz gesetzt wurden? Aller Wahrscheinlichkeit nach wird es wieder nicht für ein Mandat reichen.

Ich bin überhaupt nicht enttäuscht. Das ist ein aussichtsreicher Listenplatz.

Was machen Sie, wenn Sie nicht gewählt werden?

Ich werde weiterhin für Europa arbeiten, und weiterhin bei den Plenarsitzungen in Straßburg dabei sein – auch wieder als Ex-Abgeordneter, wenn es sein muss. Ich will die Demokratisierung Europas durch ein starkes Parlament vorantreiben. Ich will, dass dieses Parlament eines Tages eine richtige europäische Regierung wählt.

Von Damir Fras/RND

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