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Deutschland / Welt Immer mehr Industrie-Ausbildungsplätze auf dem Land
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09:49 22.06.2019
Kugellager, Rollenlager aus Metall wird mit Schieblehre genau ausgemessen, Deutschland, Europa | Verwendung weltweit, Keine Weitergabe an Wiederverkäufer. Quelle: dpa
Berlin

In den ländlichen Regionen Deutschlands ist die Zahl der Ausbildungsplätze in der Industrie zuletzt überproportional angestiegen. Das geht aus der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage des Grünen-Bundestagsabgeordneten Markus Tressel hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. Demnach gab es im Jahr 2006 in der Industrie in ländlichen Regionen 35 624 Ausbildungsstellen. 2018 waren es 52206 gewesen. Das entspricht einem Plus von 46 Prozent. Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl aller industriellen Ausbildungsplätze in Deutschland von 143822 auf 193195 – ein Zuwachs von gut 34 Prozent. Über alle Branchen hinweg nahm die Zahl der Lehrstellen in Deutschland zwischen 2006 und 2018 um 13 Prozent zu.

Grünen-Politiker Tressel sagte dem RND, die Zahlen machten die Bedeutung der ländlichen Räume für die deutsche Industrie deutlich. „Das passt zu der Tatsache, dass über die Hälfte der verfügbaren Arbeitsplätze im ländlichen Raum derzeit im Industriesektor liegen“, so der Grünen-Abgeordnete. „Die sogenannten Hidden Champions in den Regionen sind auf junge Menschen angewiesen, die sich ein Leben außerhalb von Großstädten vorstellen können.“

Die schlechtere Infrastruktur auf dem Land bleibt ein Problem

Allerdings hätten ländliche Regionen ein massives Problem, junge Leute zu halten oder anzuziehen. „Denn es fehlt oft schon an dem Nötigsten: Fährt am Wochenende ein Bus? Wo kann ich mit meinen Freundinnen und Freunden etwas trinken gehen? Und bald bei den jungen Familien die Frage nach Kinderbetreuung, Schule und der Kinderärztin“, so Tressel weiter. „Von urbaner Kultur, Orten der Vernetzung und des Austausch, aber auch Einrichtungen des täglichen Bedarfs ist oft weit und breit nichts zu sehen.“ Um den Nachwuchs für die Industrie zu sichern, müssten die Dörfer und Kleinstädte attraktiv für junge Menschen sein: „Der Bund muss gemeinsam mit den Ländern die Rahmenbedingungen liefern.“

Von Rasmus Buchsteiner/RND

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