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Deutschland / Welt Schredder-Video könnte Österreichs Ex-Kanzler Kurz belasten
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13:19 23.07.2019
Der Ibiza-Skandal ist um ein Kapitel reicher. Was hat der Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz damit zu tun? Quelle: Lukas Huter/APA/dpa
Berlin

Video Nummer zwei im Ibiza-Skandal: In Österreich ist eine Aufnahme veröffentlicht worden, auf der ein enger Mitarbeiter von Ex-Kanzler Sebastian Kurz zu sehen sein soll, der fünf Festplatten aus dem Kanzleramt vernichten lässt. Darüber berichten Der Falter, Der Spiegel und die Süddeutsche Zeitung.

Laut Medien handelt es sich dabei um den Social-Media-Chef von Sebastian Kurz, Arno M.. Demnach ließ er unmittelbar nach Bekanntwerden der Ibiza-Affäre die fünf Festplatten bei einer österreichischen Aktenvernichtungsfirma namens „Reisswolf“ schreddern.

Dabei hat er offenbar einen falschen Namen (Walter Maisinger) und eine falsche Email-Adresse benutzt. Überdies habe er die Datenträger nicht nur einmal, sondern gleich dreimal schreddern lassen. Anders als üblich, habe er die Festplatten zudem danach wieder mitgenommen.

Soko „Ibiza“ hat Ermittlungen übernommen

Weil er die Rechnung über 76,45 Euro nicht bezahlt haben soll, hat laut den Berichten ein Reisswolf-Mitarbeiter die angegebene Telefonnummer angerufen. Dort habe sich Arno M. statt Walter Maisinger gemeldet.

Bei der Abschiedsrede von Kurz vor dem Nationalrat, die im Fernsehen übertragen wurde, hätten Mitarbeiter der Firma dann Arno M. im Hintergrund erkannt. Daraufhin habe der Chef Anzeige erstattet. Inzwischen hat die Soko „Ibiza“ die Ermittlungen aufgenommen.

Ex-Kanzler Kurz sagte nach den Berichten, „das Ganze“ sei ein üblicher Vorgang nach einem Regierungswechsel. Dokumente, Videos und interne Unterlagen sollen laut Süddeutsche Zeitung anderes vermuten lassen.

Im Mai 2019 war ein erstes Video aufgetaucht, in dem Ex-Vize-Kanzler Heinz-Christian Strache von der rechtspopulistischen FPÖ einer angeblichen russischen Oligarchen-Tochter Staatsaufträge in Aussicht stellt. In dem Video ist auch die Rede von illegalen Parteispenden. In der Folge war die Koalition zwischen ÖVP und FPÖ geplatzt und der bisherige Kanzler Sebastian Kurz in einem Misstrauensvotum zu Fall gebracht worden.

Von RND/Christoph Zempel

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