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Deutschland / Welt Iranischer Terror-Richter Mahmoud Schahrudi tot 
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21:19 24.12.2018
Mahmud Haschemi Schahrudi. Quelle: Foto: Taherkenareh/EPA/dpa
Teheran

Der ehemalige iranische Justizchef Mahmoud Haschemi Schahrudi ist laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna am Montag im Alter von 70 Jahren gestorben. Der Ajatollah war seit Jahren an einem Hirntumor erkrankt. Aufsehen erregte Ende 2017, dass sich der Mann, der für rund 2000 Todesurteile verantwortlich sein soll, in einer Klinik in Hannover behandeln ließ – ohne verhaftet zu werden.

Nach seiner Rückkehr in die Heimat bedankte er sich bei der niedersächsischen Landesregierung, der Polizei und dem Ärzteteam. „Lobenswert war besonders die gute Koordinierung zwischen Regierung und Polizei“, sagte er damals nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna. Dadurch seien die Proteste „einiger weniger“ Iraner gegen ihn unter Kontrolle gehalten worden, schrieb die Agentur weiter.

In Hannover und Hamburg hatten Demonstranten die Festnahme Schahrudis gefordert. Sie warfen ihm Menschenrechtsverletzungen vor. Der frühere Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, hatte Strafanzeige gegen Scharudi wegen mehrerer im Iran verhängter Todesurteile gestellt. Daraufhin brach der Ajatollah seine Behandlung abrupt ab und ließ sich nach Teheran ausfliegen.

Trotz der schweren Krankheit war Scharudi bis zu seinem Tod Leiter des Schlichtungsrats, der bei legislativen Differenzen zwischen verschiedenen Gremien als Vermittler agiert. Er gehörte zur Führungsriege des islamischen Establishments im Iran und galt vor seiner Erkrankung sogar als einer der potenziellen Nachfolger des obersten iranischen Führers, Ajatollah Ali Chamenei.

Von RND/dpa